Meteoriten-Verdacht

Stein aus dem All trifft Pergola in Zagersdorf

Meteorit in Zagersdorf (Bezirk Eisenstadt-Umgebung)
© APA/MARTIN J. IVANCSICS
In Zagersdorf (Bezirk Eisenstadt-Umgebung) sorgt ein möglicher Meteorit für Aufsehen: Das Gestein hat offenbar das Dach einer Gartenpergola durchschlagen. Nun wird untersucht, ob es tatsächlich aus dem All stammt.
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Anfang Jänner durchschlug ein Meteorit in Zagersdorf (Bezirk Eisenstadt-Umgebung) die Pergola eines Einfamilienhauses. Verletzt wurde dabei zum Glück niemand, dennoch beschäftigen sich nun Spezialisten mit der genauen Untersuchung des Himmelskörpers.

Anfang Jänner erleuchtete ein heller Feuerball südlich von Wien und westlich von Eisenstadt den Himmel. Was zunächst schön anzusehen war, entpuppte sich Anfang Juni als gefährliches Geschoss. Denn fast sechs Monate nach der Beobachtung durch das Naturhistorische Museum entdeckte die Familie Ivancsics plötzlich ein großes Loch im Dach ihrer Gartenpergola.

"Ich habe hinaufgeschaut und ein riesiges Loch gesehen, und dann habe ich gesagt, das ist sicher eine Steinschleuder oder ein Meteorit", erinnerte sich Gerlinde Ivancsics im Gespräch mit dem ORF.

Ihr Sohn Martin beschloss daraufhin, der Sache genauer auf den Grund zu gehen und ließ den unbekannten Stein untersuchen. "Ich sehe diesen schwarzen Stein und denke mir: Das gibt es nicht." Daraufhin kontaktierte er einen befreundeten Chemiker, der ihn anschließend weitervermittelte. "Keine drei Minuten später läutet bei mir das Telefon", so Martin Ivancsics.

Analyse zeigt Ursprung im Asteroidengürtel

Im Naturhistorischen Museum stellte sich schnell heraus, dass das Gestein aus einem Asteroidengürtel stammt. Die Wissenschaftler:innen identifizierten den Ursprung des Meteoriten: "Zwischen den Umlaufbahnen von Mars und Jupiter, und das ist schon recht weit draußen", erklärte Andrea Patzek, Kuratorin der Meteoritensammlung des Naturhistorischen Museums.

Möglicher erster Meteoritenfund im Burgenland

Ob das gefundene Gestein wirklich mit der Sichtung im Jänner zusammenhängt, wird derzeit noch genauer untersucht, denn für einen offiziellen Meteoritenfall ist neben dem gefundenen Stein auch die Dokumentation der Sichtung notwendig. "Wenn sich die Probe verknüpfen lässt, dann wäre das der erste burgenländische Meteorit", so Patzek. Die finalen Untersuchungen werden derzeit in Dresden durchgeführt.

Bisher gab es österreichweit offiziell gerade einmal zehn klassifizierte Meteoriten. Der älteste Fund Österreichs stammt aus den 1760er-Jahren.

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