Bis 8.600 Euro

Vorreihung bei Operationen: AK-Studie zeigt, welche Rolle Geld spielt

OP Saal
© GettyOP Saal
Erstmals weist eine Studie Vorreihungen in oberösterreichischen Krankenhäusern aus nicht medizinischen Gründen nach. Die Vorreihungen finden aufgrund von Besuchen einer Privatordination oder durch private Zuzahlungen statt.
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Um langen OP-Wartezeiten und Vorreihungen in Oberösterreich auf den Grund zu gehen, hat die AK Oberösterreich das Institut für Höhere Studien (IHS) mit einer umfassenden Studie beauftragt. Zwischen September 2025 und Jänner 2026 haben 810 Personen an der Befragung teilgenommen, die in den letzten drei  Jahren eine Operation in einem öffentlichen Krankenhaus oder Ordensspital hatten.

Vorreihung systematisch nachgewiesen

13,1 Prozent der Befragten wurde das Angebot unterbreitet, die Wartezeit durch den Besuch einer Privatordination zu verkürzen. 6,1 Prozent nahmen das Angebot an, 4,8 Prozent lehnten es ab, weil es ihnen zu teuer war oder weil sie es aus Prinzip nicht annehmen wollten.

9,1 Prozent der Befragten wurde das Angebot unterbreitet, die Wartezeit durch die Tätigung einer privaten Zuzahlung zu verkürzen. 2,8 Prozent nahmen das Angebot an, 5,2 Prozent lehnten es ab. Die Höhe der privaten Zuzahlungen lag zwischen 200 und 8.600 Euro.

Durchschnittliche Wartezeiten

Personen, die mehrere private Zugangswege genutzt haben, mussten im Median 7,5 Wochen auf eine geplante Operation warten. Bei Personen, die einzig eine private Krankenzusatzversicherung nutzten, beträgt die mediane Wartezeit 8 Wochen. Befragte, die eine private Zuzahlung getätigt oder einen privaten Kontakt genutzt haben, haben 12,5 bzw. 17,5 Wochen gewartet. Befragte, die keine privaten Zugangswege genutzt haben, um früher operiert zu werden, hatten im Median eine Wartezeit von 20 Wochen.

"Diese Praxis widerspricht dem Gleichbehandlungsgrundsatz im solidarischen Gesundheitssystem und ist abzuschaffen. Die Landespolitik muss diese Vorreihungen unterbinden und für maximale Transparenz sorgen", fordert AK-Präsident Andreas Stangl.

Auch Bildung und Einkommen Einfluss

Befragte mit einer abgeschlossenen Berufsbildenden Mittleren Schule, Matura oder einem höheren Bildungsabschluss (Median: 16 Wochen) warten im Vergleich zu Befragten mit Pflichtschul- oder Lehrabschluss (Median: 25 Wochen) deutlich kürzer auf Operationen. Ähnlich wirkt sich das Einkommen auf die Wartezeiten aus: Befragte mit einem monatlichen verfügbaren Haushaltseinkommen von über 2.100 Euro warten 18,5 Wochen auf eine OP. Personen mit geringerem Einkommen warten 24 Wochen.

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