Erfolgreich operiert

Wienerin trug 1,5-Kilo-Tumor in sich

Vorher-Nachher-Bild zur Riesentumor-OP.
© ORF
Starke Leistung: In der Klinik Floridsdorf wurde einer 77-Jährigen während einer stundenlangen OP ein riesengroßer Lungentumor entfernt.
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Unglaublich, aber wahr: In einer vierstündigen Operation einer 77-jährigen Wienerin wurde in der Klinik Floridsdorf ein Riesentumor entfernt - er wog 1,5 Kilo!

Im Dezember letzten Jahres bekam die Patientin Angelika Seibert nur schwer Luft und fühlte sich ständig erschöpft. "Ich war nicht ich, und ich dachte mir: Was ist los mit mir?", schildert sie die ersten Beschwerden gegenüber dem ORF. Daraufhin besuchte sie ihren Hausarzt, der sofort Alarm schlug: "Ja, um Gottes Willen! Die Lunge schaut ja schlimm aus". Seibert habe "einen Schrecken gehabt und der Arzt auch. Und dann bin ich eben hier in die Notaufnahme (Klinik Floridsdorf, Anmerkung der Redaktion) gekommen und sie haben mich gleich hierbehalten."

"Ich habe in meiner fast 20-jährigen Berufslaufbahn noch keinen so großen Lungentumor gesehen", erzählt Thoraxchirurg und Operateur Michal Benej. Assistiert haben ihm Thoraxchirurg Thomas Klikovits und Herzchirurg Bernhard Winkler.

Die Patientin Angelika Seibert erfreut sich nach der Operation wieder bester Gesundheit.
Die Patientin Angelika Seibert erfreut sich nach der Operation wieder bester Gesundheit. © Wiener Gesundheitsverbund/Birgit

Zusammenspiel hochspezialisierter Disziplinen

Laut Pressemeldung erfordert ein Eingriff dieser Größenordnung das enge Zusammenspiel mehrerer hochspezialisierter Disziplinen. Neben dem Team der Thoraxchirurgie waren deshalb auch Spezialisten der Herzchirurgie im Operationssaal im Einsatz, um die Patientin im Bedarfsfall sofort an die Herz-Lungen-Maschine anschließen zu können.

"Wir sind in der Klinik Floridsdorf in der glücklichen Lage, mit Thorax- und Herzchirurgie nicht nur über das Know-how zweier hochspezialisierter Abteilungen zu verfügen, sondern auch über die dafür notwendige technische Ausstattung", erklären Stefan Watzka, Vorstand der Thoraxchirurgie und Martin Grabenwöger, Vorstand der Herzchirurgie.

Die OP wurde in Seitenlage, über einen Schnitt zwischen den Rippen durchgeführt. Insgesamt waren gut zehn Personen an der komplexen und risikoreichen Operation beteiligt.

Außenaufnahme der Klinik Floridsdorf.
Außenaufnahme der Klinik Floridsdorf. © Wiener Gesundheitsverbund/Birgit

Riesentumor drückte aufs Herz

Heute weiß Seibert, dass sie einen sogenannten "solitären fibrösen Tumor" in sich trug. Dabei handelt es sich um eine seltene Form meist gutartiger Weichteiltumoren, die so gut wie überall im Körper auftreten können. Besonders häufig kommen diese im Brustraum vor, so wie auch bei der Betroffenen. Aufgrund ihrer Größe kann diese Tumorart erhebliche gesundheitliche Probleme verursachen. Mit zunehmendem Wachstum drückt sie auf Organe und große Gefäße.

Im konkreten Fall war die Patientin schon bettlägerig: Der Tumor belastete durch seine enorme Größe bereits das Herz und führte zu Atembeschwerden sowie Flüssigkeitsansammlungen in der Lunge. Nach der Operation fühlte sich die Seibert gerädert, aber wohlauf: "Es ging schon, es war wie ein Muskelkater. So, als wenn ich hartes Training hinter mir hätte."

"Bei diesen Tumoren helfen weder Chemo- noch Strahlentherapie", so Operateur Benej. "Die chirurgische Entfernung ist die einzige wirksame Behandlungsmethode – auch wenn der Eingriff in diesem Fall mit einem hohen Risiko verbunden war. Doch nun ist die Patientin geheilt, sie hat keine Einschränkungen mehr und es sind keine weiteren Therapien nötig."

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