"Wahnsinn!"

Wirbel um skurrile Wandbilder nach Renovierung in Wien

Das neue Fassadenbild zeigt einen breit grinsenden Herzog Leopold.
© ORF
Nach einer Renovierung am Wiener Haus zum Goldenen Becher, direkt neben dem Stephansdom, sorgen skurrile Wandbilder für Aufsehen. Die Stadt prüft nun, ob die bizarren neuen Porträts am Gebäude rechtens sind.
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Wien. Am Haus zum Goldenen Becher direkt neben dem Wiener Stephansdom gibt es nach einer umfassenden Renovierung einiges zu staunen. Wo eigentlich Rudolf von Habsburg von der Fassade blicken sollte, prangt nun Arnold von Kärnten als Kleinkind. Auch Kaiser Franz Josef zeigt sich in einem völlig ungewohnten Licht und Herzog Leopold grinst breit von der Wand. Einem Journalisten der Tageszeitung "Die Presse" fielen die ungewöhnlichen Ergebnisse der zwischen 2019 und 2025 durchgeführten Arbeiten auf.

Baupolizei prüft

Nun prüft die Wiener Baupolizei den Fall. Laut Rainald Löscher ging eine Anzeige ein, da die aktuellen Porträts nicht mehr dem Originalzustand entsprechen. Das 1882 erbaute und im Zweiten Weltkrieg zerstörte Haus gehört einem privaten Eigentümer, wie "ORF Wien" berichtet. Die historischen Wandmalereien waren beim Wiederaufbau zunächst übermalt und erst in den 1970er-Jahren wieder freigelegt worden.

Historisches Haus zum Goldenen Becher mit verzierten Fassaden direkt neben dem Stephansdom.
Historisches Haus zum Goldenen Becher mit verzierten Fassaden direkt neben dem Stephansdom. © ORF

Arbeiten sind "Wahnsinn"

Zwar steht das Gebäude nicht unter Denkmalschutz, es liegt jedoch in einer strengen Schutzzone und im UNESCO-Weltkulturerbe-Bereich. Laut Verordnung dürfen Zierelemente dort nicht verändert werden. Martina Griesser-Stermscheg, Restaurierungsexpertin der Universität für angewandte Kunst, kritisiert die Arbeiten laut "ORF Wien" als "Wahnsinn" und reine "künstlerische Neuinterpretation", die nichts mit fachgerechter Restaurierung zu tun habe. Der verantwortliche Malermeister will der Stadt zufolge die Förderung für die Malereien zurückzahlen.

Ob die grinsenden Porträts bleiben dürfen, ist aufgrund des fehlenden Denkmalschutzes rechtlich komplex. Die Magistratsdirektion geht jedoch davon aus, dass die Bemalung voraussichtlich rückgängig gemacht werden muss. Eine endgültige Entscheidung steht noch aus.

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