Medienmanager
Zeiler mit neuem Job und SPÖ-Warnung: "Weg einer Sekte"
Nach seiner Absage durch die SPÖ schlägt der frühere Time-Warner-Manager Gerhard Zeiler neue Wege in seiner Geburtsstadt Wien ein. Erst wollte er SPÖ-Chef werden, jetzt die Wende. Denn: Die Partei entschied sich anders: Nicht Zeiler und auch nicht Andreas Babler, der die SPÖ in die Regierung führte, soll künftig die Partei leiten. Stattdessen soll Finanzminister Markus Marterbauer im Jahr 2027 das Vizekanzleramt von Babler übernehmen. Bis dahin führen Babler, Eva-Maria Holzleitner und Philip Kucher die Geschicke der Partei für einen "geordneten Übergang".
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Für Zeiler bricht damit eine neue Phase an. Bei einem Medientermin kündigte er an: "Ich gründe das Institut 2035". Die Gesellschaftsform sei zwar noch offen, die Ausrichtung steht jedoch fest. Gemeinsam mit Experten wolle man sich den fundamentalen Fragen von Österreich und Europa widmen. "Die weltanschauliche Basis ist sozial und wirtschaftsfreundlich", erklärt Zeiler. Der Schritt sei notwendig, denn: "Es kommt ein Tsunami auf Europa zu." Mit ersten Ergebnissen rechnet der Gründer in drei bis sechs Monaten.
Der Zeiler-Plan
Das von ihm finanzierte Institut sei keine Vorstufe zu einer Partei – "Ich will keine Partei gründen" –, sondern "ein Think-Tank, wenn Sie so wollen". Seine Position verortet er zwischen bestehenden Einrichtungen: "Es gibt einen breiten Durchgang zwischen Momentum-Institut und Agenda. Es gibt die breite Mitte der Gesellschaft. Es geht auch darum, ein bisschen radikaler zu denken." Es gehe nicht darum, "die eine Lösung zu finden, sondern mehrere Lösungsansätze zu liefern. Die Politik muss den Menschen Zukunftsperspektiven geben, sonst werden jene Parteien gewählt, die die knalligen Botschaften, aber keine Lösungen haben – die Rechtspopulisten."
Deutliche Warnung an SPÖ
Das Thema Parteivorsitz ist für Gerhard Zeiler beendet: "Die Frage hat sich erledigt. Ich hoffe, Marterbauer nutzt seine Chance. Sonst wird die SPÖ eine laut schreiende Opposition, die keinen Einfluss mehr haben wird." Angesichts von derzeit 15 Prozent in den Umfragen betont er: "Die Partei hat noch das entscheidende Gen: gewinnen zu wollen." Allerdings fordert er eine klare Ausrichtung und warnt vor falschen Weichenstellungen: "Sollte die SPÖ den Weg von Jeremy Corbyn, Jean-Luc Mélenchon oder der Linken in Deutschland gehen, dann geht sie den Weg einer Sekte, die irrelevant wird."
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