Bahn-Drama
Zug erfasst Familienauto: Kleinkind verliert beide Eltern
NÖ. Wie bereits berichtet, ereignete sich am Samstagnachmittag im Waldviertel ein tragischer Verkehrsunfall, bei dem zwei Menschen ihr Leben verloren. Wie nun bekannt wurde, handelte es sich bei den Opfern um ein Ehepaar aus dem Bezirk Zwettl. Die 35-jährige Mutter saß am Steuer des Wagens, ihr 39-jähriger Ehemann befand sich ebenfalls im Fahrzeug. Ihre gemeinsame zweijährige Tochter überlebte die folgenschwere Kollision mit einem Güterzug schwer verletzt.
Crash bei Bahnübergang
Das Unglück geschah gegen 16 Uhr in Allentsteig (Bezirk Zwettl) im Waldviertel. Schauplatz war einem ÖBB-Sprecher zufolge ein mit Lichtzeichen gesicherter Bahnübergang der Franz-Josefs-Bahn. Der laut Polizei von der 35-jährigen Frau gelenkte Pkw wollte auf der L75 die Gleise queren, als es zu dem verheerenden Zusammenstoß mit einem Güterzug kam. Für die beiden Eltern kam jede Hilfe zu spät. Sie verstarben an Ort und Stelle.
Die zwei Jahre alte Tochter des Ehepaares wurde schwer verletzt. Nach der Erstversorgung durch Rettungskräfte wurde sie mit dem Notarzthubschrauber "Christophorus 2" in ein Krankenhaus geflogen.
Polizei ermittelt Unfallursache
Der 45 Jahre alte Lokführer aus dem Bezirk Oberwart blieb unverletzt, erlitt aber einen Schock. Er wurde aber laut Polizei von einem Kriseninterventionsteam des Roten Kreuzes betreut.
Die alarmierten Feuerwehren standen vor einem besonders belastenden Einsatz. Der völlig zerstörte Pkw musste mithilfe von Seilwinden vom Zug getrennt werden. "Aus Rücksicht auf die Angehörigen werden keine Bilder des Unfallfahrzeuges veröffentlicht", schrieb die freiwillige Feuerwehr Allentsteig auf ihrer Website.
Neben Polizei und Rotem Kreuz standen die Feuerwehren Allentsteig, Göpfritz, Schwarzenau und Thaua mit insgesamt mehr als 50 Kräften im Einsatz. Die Bahnstrecke zwischen Göpfritz an der Wild und Allentsteig musste für mehrere Stunden gesperrt werden. Erst kurz nach 19 Uhr konnte der Zugverkehr wieder aufgenommen werden. Für Reisende wurde ein Schienenersatzverkehr eingerichtet.
Die Ermittlungen zur genauen Unfallursache laufen. Zurück bleibt die tiefe Betroffenheit über ein Unglück, das innerhalb weniger Sekunden eine Familie auseinandergerissen hat. Während zwei Menschen ihr Leben verloren, kämpft ihre kleine Tochter nun nicht nur mit den Folgen ihrer Verletzungen, sondern auch mit einem Verlust, der kaum in Worte zu fassen ist.
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