Robert Menasses neuer Roman trägt den Titel Die Lebensentscheidung. Selbige hat schon im ersten Satz ihren großen Auftritt und bezieht sich zuerst auf den großen beruflichen Schlussstrich.
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Franz beschließt, nicht zu sterben
Später erhält Protagonist Franz Fiala einen fatalen Befund, kaum mehr als ein Jahr soll er noch haben. Er beschließt, seiner 89 Jahre alten Mutter Kummer zu ersparen, indem er sich vornimmt, sie zu überleben, und sei es nur um einen Tag. „Es ging jetzt um einen Überlebenswettkampf“, heißt es im Text.
Dieses Vorhaben und dass er seinen Job bei der Europäischen Kommission hingeschmissen hat, verrät er ihr freilich nicht. Nach vielen Jahren in Brüssel und den Versuchen, Klimagesetze durchzubringen, ist er müde geworden.
Konflikte
Menasse bleibt dem Thema treu, das auch in seinen letzten Werken, Die Erweiterung und Die Hauptstadt zentral war: die EU und ihre Auswüchse. Doch Die Lebensentscheidung ist mehr. Diese Novelle ist trotz des ernsten Themas, der Krankheit von Franz und seiner beruflichen Resignation ein vorzüglicher auch skurriler Text. Scharf skizzierte Figuren, menschliche Konflikte und eine Welt in die wir uns einfinden können: Menasse schafft es auch aus einer Novelle einen großartigen Roman zu machen.
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