Salonfähig war jener Roman von Autor Elias Hirschl, der ihm eine breitere Leserschaft bescherte. Darin skizzierte er die absurde Welt einer „Buberlpartie“ in Kanzler-Kurz-Manier, und wir Lesenden wurden durch die Lektüre dankenswerterweise therapiert. In Content (2024) drehte sich alles um eine Welt sinnentleerter Onlineinhalte, die in Zeiten einer brennenden Stadt noch absurder wirken.
Figur liest Symptome, bekommt sie
Krankheit. Nun hat sich Hirschl mit seinem neuen Wurf Schleifen in die Welt der Sprache begeben. Sprache erschafft einem Sprichwort nach bekanntermaßen Wirklichkeit, und so ist es auch im Leben von Protagonistin Franziska Denk. Wann immer das Kind von einer Krankheit hört oder liest, entwickelt es umgehend Symptome. Sie übersteht diese zwar durch Sorgsamkeit, doch Verwandte sollen nicht so glimpflich entkommen sein. Was für eine exquisite Idee für einen Roman! Doch bei dieser einen bleibt es nicht, Hirschl spielt mit Sprache und originellen Ideen, dass es eine Freude ist. Mathematiker Otto Mandl stellt sich als Seelenverwandter von Franziska heraus, und zusammen geben sie sich ihrer Sprachbesessenheit hin. Ihr Ziel? Die perfekte Sprache zu finden, was denn sonst…? Dichtung und Wahrheit werden in diesem Buch, das auf einer Sammlung von Texten basiert, wild vermischt, der Titel ist auch Programm, schleifenartig klingen Themen an und ziehen sich durch.
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Sprache
Im Gespräch mit seinem Verlag erklärt Hirschl sympathischerweise, selbst nicht mehr genau zu wissen, was Fakt und was Fiktion ist: „Ich hab da teilweise selber den Überblick verloren bei all den wissenschaftlichen Arbeiten, Quellenverweisen und Büchern im Buch, von denen einige echt sind, die meisten aber erfunden.“
Intensiv. Und was macht für Hirschl Sprache aus? „Alles ist Sprache, und Sprache ist verwirrend, unpraktisch, großartig und grausam.“ Intensiv ist das Lesen dieses Buches mit all seinen Querverweisen und intertextuellen Bezügen. Es lohnt sich aber.
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