Feuerwerk abgesagt
Erbschaftsstreit: 88-Jähriger erschoss Ehefrau und Tochter
OÖ. Ersten Informationen zufolge soll ein etwa 90 Jahre alter Österreicher gegen 13.30 Uhr vor dem beliebten Ausflugslokal Lüftner mit dem immer gut besuchten Spielplatz im Stadtteil Magdalena in Linz-Urfahr erst seine gleichaltrige Ehefrau, dann seine etwa 60 Jahre alte Tochter erschossen und danach mit der Waffe sich selbst gerichtet haben. Die furchtbare Bluttat soll sich auf dem Parkplatz des Gasthauses ereignet haben. Dort sollen auch die Leichen aufgefunden worden sein. Auch die Tatwaffe konnte am Parkplatz sichergestellt werden.
Die Polizei war in kürzester Zeit mit einem Großaufgebot vor Ort und sperrte den Bereich, der direkt an eine Wohnhaussiedlung grenzt, großräumig ab. Das Motiv für die Bluttat dürfte ein Erbschaftsstreit gewesen sein: Es wurde auch ein Abschiedsbrief sichergestellt.
Nicht nur in der Siedlung an der Klausenbachstraße, sondern in der ganzen Landeshauptstadt herrschte helle Aufregung. Die Nachricht von einem doppelten Femizid am helllichten Tag verbreitete sich in Windeseile. Zur Zeit befragen die Ermittler das sichtlich geschockte Personal, die von der Schießerei direkte Zeugen gewesen sein dürften. Vor dem Gastgarten hat sich eine wahre Armada an Polizeiautos eingefunden, weithin sichtbar das weiße Einsatzzelt. Hinter den Absperrungen gehen die Ermittler akribisch ihren Arbeiten nach. Befragte Nachbarn hatten anfangs an Böller gedacht, die jemand abgefeuert hatte, doch es kam wesentlich schlimmer - schon wieder (nach dem Axt-Angriff am Südbahnhofmarkt und dem Messer-Mord an einem jungen Afghanen) eine furchtbare Bluttat in Linz.
Gedenkminute statt Feuerwerk
Die Stadt Linz und die ARGE Urfahranermarkt haben am frühen Donnerstagabend das für den Abend geplante Feuerwerk am Urfahraner Frühjahrsmarkt auf Samstag verschoben. Dafür soll heute um 21.30 Uhr eine Gedenkminute für die Opfer und die Hinterbliebenen abgehalten werden, währenddessen bleiben die Lichter der Fahrgeschäfte aus und stehen still.
Service: Sie sind in einer verzweifelten Lebenssituation und brauchen Hilfe? Sprechen Sie mit anderen Menschen darüber. Hilfsangebote für Personen mit Suizidgedanken und deren Angehörige bietet das Suizidpräventionsportal des Gesundheitsministeriums. Unter www.suizid-praevention.gv.at finden sich Kontaktdaten von Hilfseinrichtungen in Österreich.
In Österreich finden Frauen, die Gewalt erleben, u. a. Hilfe und Informationen bei der Frauen-Helpline unter: 0800-222-555, www.frauenhelpline.at; beim Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF) unter www.aoef.at sowie beim Frauenhaus-Notruf unter 057722 und den Österreichischen Gewaltschutzzentren: 0800/700-217; Polizei-Notruf: 133 sowie in Oberösterreich beim Autonomen Frauenzentrum - Frauennotruf OÖ unter 0732/602200
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