67-Jährige tot
Einheimische starb bei Kuh-Attacke: Ehemann konnte noch nicht befragt werden
Osttirol. Nach der tödlichen Attacke auf eine 67-jährige Einheimische durch eine Kuhherde am Sonntag in einem Weidegebiet in Oberlienz in Osttirol ist der genaue Hergang des tragischen Vorfalls vorerst weiter unklar gewesen. Der schwer verletzte Ehemann (65) der Frau habe bisher noch nicht befragt werden können. Dies sei entscheidend, ansonsten gebe es keine Zeugen. Zu der schweren Kuh-Attacke kam es auf einem öffentlichen Spazier- bzw. Wanderweg.
Das Weidegebiet war mit Schildern bzw. Warnhinweisen versehen, eine Einzäunung gab es dort nicht. Es befanden sich ungefähr 30 bis 40 Kühe in dem Bereich. Mehrere Bauern hatten sich dabei zusammengeschlossen. Den Weg benutzen regelmäßig Spaziergeher und Wanderer. Die einheimische 67-Jährige war noch an Ort und Stelle ihren schweren Verletzungen erlegen.
Der 65-Jährige befindet sich mittlerweile nicht mehr auf der Intensivstation. Es bestehe "keine akute Lebensgefahr", sagte Kliniksprecher Johannes Schwamberger.
Kurz vor der tödlichen Attacke soll es laut dem ORF Tirol aber bereits einen Angriff auf andere Personen gegeben haben. Darunter auch ein Tierarzt und seine Frau, die beiden seien plötzlich von Tieren umzingelt und von einer Kuh attackiert worden. "Das Glück war, dass die Kuh von uns abgelassen hat und der Herde wieder weiter gefolgt ist", beschrieb er die Situation. Einige Minuten später habe er dann von dem tödlichen Vorfall erfahren.
Laut Angaben des Tierarztes könnte die Herde, der auch Kälber angehörten, durch eine Spaziergängerin mit Hund aufgeschreckt worden sein. Die 67-jährige tödlich verunglückte Frau und ihr Ehemann hatten dagegen keinen Hund bei sich.
Alpenverein erinnerte an Empfehlungen für Wanderer
Der österreichische Alpenverein (ÖAV) wies jedenfalls auf Empfehlungen hin, die vom Landwirtschaftsministerium, der Landwirtschaftskammer, der Wirtschaftskammer und dem Alpenverein erarbeitet worden waren. Demnach sollte etwa der Kontakt mit den Tieren - insbesondere wenn Hunde und Mutterkühe im Spiel sind - vermieden und stets Ruhe bewahrt werden. Hunde sollten immer an der kurzen Leine geführt und im Fall eines Angriffs sofort abgeleint werden. Bei Anzeichen einer unruhigen Herde sollte die Weidefläche zügig verlassen werden. ÖAV-Präsident Wolfgang Schnabl zeigte sich überzeugt, dass durch "umsichtiges Verhalten" Konflikte vermieden werden können, denn "Wege zu verlegen oder durch Zäune abzutrennen wäre weder realistisch noch zielführend."
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