Vorbild Formel 1
FIS-Boss Eliasch will Weltcup-Klassiker für Exoten-Skiort streichen
Nach dem Jahreswechsel startet im alpinen Ski-Weltcup die Hochsaison. Für die Herren folgt im Jänner ein Klassiker nach dem anderen. Erst Adelboden, dann Wengen, die Hahnenkammrennen in Kitzbühel und zum Abschluss die Flutlicht-Spektakel in Schladming. Davor standen die Kult-Rennen in Alta Badia und Gröden am Programm. Dass heuer zwischen Weihnachten und Neujahr kein Rennen auf der legendären Stelvio in Bormio stattfindet, liegt nur daran, dass dort die olympischen Rennen im Februar ausgetragen werden.
Bei den Frauen sieht es nicht anders aus. Nach der Österreich-Tournee am Semmering, dem Zwischenstopp in Kranjska Gora, den Speed-Hits in Altenmarkt-Zauchensee und dem Nachtslalom in Flachau warten auch hier die Highlights der Saison. Anstatt der Kult-Rennen in Cortina d'Ampezzo (ebenfalls heuer kein Austragungsort wegen Olympia) werden heuer in Tarvis noch Rennen eingeschoben. Diese Austragungsorte sind für alle Ski-Fans ein absolutes Muss.
Möglicherweise aber nicht, wenn es nach den Plänen von FIS-Boss Johan Eliasch geht. Der schwedisch-britische Unternehmer und CEO von Head hat unlängst Aserbaidschan als neuen Hauptsponsor für die kommende Skisaison gewinnen können.
Keine Fahrer, aber Weltcup-Ort?
In weiterer Folge sollen im Land der Ski-Exoten auch Weltcuprennen ausgetragen werden. Besonders brisant ist dieses Vorhaben mit Blick auf die aktiven Athleten. Auf der Seite der FIS sind 14 Sportler aus Aserbaidschan als aktiv gelistet. Kein einziger hat bislang auch nur einen Weltcupstart zu verbuchen, weder als Skifahrer, Snowboarder oder bei einer der nordischen Disziplinen.
Der Hintergedanke von Eliasch ist, ähnlich wie in der Formel 1, den Wintersport globaler zu vermarkten und neue Märkte zu erschließen. Gegenüber skiactu.ch meinte der Unternehmer, dass die Regierung in Aserbaidschan sich stark für den Skisport engagiert und die FIS das unterstützen wolle. Deshalb sollen dort auch zukünftig Weltcuprennen im Kaukasusgebirge stattfinden. Selbst eine Weltcup-Station im nächsten Jahr wird nicht ausgeschlossen. Das größte Skigebiet in Aserbaidschan ist das Shadag Alpine Resort mit 21 Liften und 45 Kilometer Pisten. Das Skigebiet ist allerdings direkt an der Grenze zu Russland, in Zeiten wie diesen als Austragungsort kaum vorstellbar.
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Doch bei dem ohnehin schon dicht gedrängten Terminkalender von Ende Oktober bis Ende März stellt sich auch die Frage, wann die Rennen im Kalender Platz finden könnten, wenn Aserbaidschan einen Fixplatz bekommen sollte. Ansonsten könnte man alle vier Jahre, wenn keine WM oder olympische Spiele stattfinden, die vakanten Februar-Termine hernehmen. Ansonsten droht nun einem etablierten Austragungsort das Aus, weil Eliasch Aserbaidschan als Geldgeber gewinnen konnte.
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