Militäreinsatz scheiterte
Obama wollte US- Geiseln befreien
Die USA haben nach eigenen Angaben erst kürzlich vergeblich versucht, US-Geiseln aus den Händen der Jihadistengruppe Islamischer Staat (IS) in Syrien zu befreien. An dem Einsatz seien Luft- und Bodentruppen beteiligt gewesen, teilte das Pentagon am Mittwoch in Washington mit. Unter den gesuchten Geiseln war auch der seit 2012 vermisste US-Journalist James Foley, der nun hingerichtet wurde.
Pentagon: Befreiungsversuch "unglücklicherweise nicht erfolgreich"
US-Präsident Barack Obama habe in diesem Sommer Grünes Licht für einen Militäreinsatz zur Rettung von in Syrien verschleppten US-Bürgern gegeben, teilte das Weiße Haus mit. Nach Angaben von Pentagon-Sprecher John Kirby war der Befreiungsversuch "unglücklicherweise nicht erfolgreich", weil die Geiseln nicht an dem vom US-Geheimdienst genannten Ort gewesen seien. Die Namen und die Zahl der gesuchten Geiseln nannte die US-Regierung nicht. Wann und wo der Befreiungsversuch stattfand, blieb ebenfalls unklar.
Die "New York Times" berichtete unter Berufung auf namentlich nicht genannte US-Beamte, zwei Dutzende Elitesoldaten seien "in einer komplizierten Aktion" per Hubschrauber in einer abgelegenen Gegend im Norden Syriens abgesetzt worden. Im Verlauf der Operation seien sie in ein Feuergefecht mit den Terroristen verwickelt worden. Die Regierungsvertreter gingen davon aus, dass dabei mehrere Jihadisten getötet worden seien.
Foley und Sotloff wurden gesucht
Wie die "Washington Post" unter Berufung auf namentlich nicht genannte Regierungsvertreter berichtete, gehörten sowohl Foley als auch der seit dem Jahr 2013 entführte US-Reporter Steven Sotloff zu der gesuchten Gruppe. Mit Sotloffs Tötung drohen die IS-Kämpfer ebenfalls. Wie die Zeitung weiter berichtete, waren dutzende Spezialkräfte an dem ersten bekannt gewordenen Einsatz von US-Bodentruppen in Syrien seit dem Beginn des Bürgerkriegs im Jahr 2011 beteiligt. Ein Soldat wurde demnach bei einem heftigen Feuergefecht mit IS-Kämpfern verletzt.
IS-Miliz soll 4000 Gefangene halten
Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat nach Angaben von Menschenrechtlern mindestens 4000 Gefangene in Syrien in ihrer Gewalt. Darunter seien auch "einige Dutzend Ausländer", sagte ein Sprecher der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa. Rund 20 Gefangene seien Amerikaner und Europäer.
Weitere Gefangene sind nach Angaben des Sprechers Anhänger syrischer Rebellengruppen aus anderen arabischen Ländern wie Tunesien. Die IS-Extremisten hielten sie an verschiedenen Orten in Ostsyrien gefangen, vor allem in der Extremistenhochburg Al-Raqqa, aber auch in Deir al-Zor oder Aleppo.
Die Erkenntnisse decken sich mit den Angaben befreiter Geiseln. Laut "New York Times" sind mindestens drei Amerikaner und mehrere Briten in der Gewalt der Extremisten. Der britische "Guardian" geht von rund 20 Geiseln aus, darunter ein Däne und zwei Italienerinnen. Beide Zeitungen stützen ihre Recherchen auf Aussagen von ehemaligen IS-Gefangenen und Angehörigen von Inhaftierten.
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