Republikaner vor Zerreißprobe
Trump: So will er zurück an die Macht
Durch das gescheiterte Amtsenthebungsverfahren kann Trump 2024 erneut als US-Präsident antreten. Und seine Comeback-Chancen stehen gar nicht einmal schlecht.
Umfrage-Werte. Eine groß angelegte Umfrage der Tageszeitung USA Today, durchgeführt von der Suffolk-Universität, hatte ein bemerkenswertes Ergebnis gebracht: 46 Prozent der Republikaner würden ihre Partei verlassen und sich einer Trump-Partei anschließen. Knapp 27 Prozent zeigten sich unschlüssig, schlossen es damit aber nicht aus. Und noch ein Umfragewert: Fast 80 Prozent der Befragten innerhalb der republikanischen Basis gaben an, keinen Kandidaten wählen zu wollen, der das Amtsenthebungsverfahren gegen Trump unterstützt hatte.
7 republikanische US-Senatoren hatten gegen Trump gestimmt
Wie sehr der Großteil der Republikaner hinter dem Ex-Präsidenten steht, zeigt der Shitstorm gegenüber jenen US-Senatoren aus den eigenen Reihen, die beim Impeachment gegen Trump gestimmt hatten. So bekam US-Senator Bill Cassidy aus Louisiana einen Rüffel via Twitter ab: "Wir verurteilen in strengstmöglichen Worten die Entscheidung von Senator Cassidy." Und: "Zum Glück haben sich weniger vernebelte Köpfe durchgesetzt." Auch die Senatoren aus North Carolina und Pennsylvania bekamen ihr Fett weg: Sie seien nicht geschickt worden, um ihrem Gewissen zu folgen, sondern um die Republikaner zu vertreten.
Das stärkte Trumps Rücken. "Die Reise hat gerade erst begonnen", gab er die Stoßrichtung vor, die auf eines abzielt: sein Comeback. Und weitere aktuelle Umfragen zeigen: 75 Prozent der Republikaner sind dafür, dass er "weiter eine wichtige Rolle in der Partei" spielt, und mehr als die Hälfte wünscht sich Trump als Kandidaten für die nächste Präsidentschaftswahl.
Trump treibt die republikanische Partei in Richtung Spaltung Mitch McConnell, immerhin Fraktionsführer der Republikaner im US-Senat, ist bei Trump jedenfalls abgemeldet: Eine Partei mit McConnell an der Spitze könne "nie wieder respektiert werden oder stark sein. Wenn die republikanischen Senatoren an ihm festhalten, werden sie nicht wieder gewinnen. Er wird niemals tun, was getan werden muss oder was für unser Land richtig ist."
Der Quasi-Aufruf von Trump, den Republikaner-Chef zu stürzen, treibt die Partei in Richtung Spaltung. Eine Zerreißprobe, die bereits als "Bürgerkrieg bei den Republikanern" kommentiert wird. Und es könnte in eines münden: Dass der 74-Jährige seine Polit-Pension an den Nagel hängt und eben seine eigene Partei gründet. Vielleicht wäre das aber auch gar nicht notwendig. Befinden doch führende Blätter wie die New York Times: "Es gibt keine nennenswerte Opposition gegen Trump."
Chancen. Das Wall Street Journal schätzt Trumps Chancen für eine Wiederwahl hingegen als gering ein: "Herr Trump mag wieder kandidieren, aber er wird keine weitere nationale Wahl gewinnen. Er kann einen Rache-Wahlkampf bestreiten oder als Kandidat einer dritten Partei antreten, aber alles, was er damit erreichen wird, ist, das Mitte-rechts-Lager zu spalten und den Demokraten zum Wahlsieg zu verhelfen. Das Land lässt die Präsidentschaft Trumps hinter sich, und die Republikaner werden in der Wüste bleiben, bis sie das auch tun."
Trump selbst schlägt nur einen Monat nach seinem Abgang solche Prognosen freilich in den Wind und kündigte für das letzte Wochenende bei der "Conservative Political Conference"(CPAC) in Orlando/Florida seine Rückkehr auf die politische Bühne an. Das Ziel: Attacken auf die "katastrophale Politik" seines Nachfolgers. Es klingt bereits nach Wahlkampf.
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