Putin-Attacke?
Rätsel um kryptische Botschaft von Selenskyj
In einem Video, das Selenskyj auf seinem X-Account veröffentlichte, ist der Präsident in weihnachtlicher Atmosphäre in seinem Amtssitz in Kiew zu sehen. Ein geschmückter Christbaum, Kränze, Tannengestecke und Kerzen bilden den Rahmen für seine Ansprache, die Selenskyj auf Ukrainisch hielt und mit englischen Untertiteln versah.
Der 47-Jährige erinnerte an einen traditionellen ukrainischen Glauben: In der Weihnachtsnacht öffne sich der Himmel, und ein aufrichtiges Gebet oder ein Wunsch werde direkt von Gott gehört. „Heute teilen wir alle einen Traum und äußern alle einen Wunsch – für uns alle. ,Möge er zugrunde gehen‘, mag jeder von uns insgeheim denken“, sagte Selenskyj an einer Stelle. Wen er damit meinte, ließ der Präsident offen. Die Zeitung „Kyiv Independent“ interpretiert die Aussage jedoch klar als Anspielung auf Russlands Präsidenten Wladimir Putin.
Unmittelbar danach schlug Selenskyj versöhnlichere Töne an. „Doch wenn wir uns an Gott wenden, bitten wir natürlich um etwas Größeres. Wir bitten um Frieden für die Ukraine. Wir kämpfen dafür. Und wir beten dafür. Und wir haben ihn verdient“, erklärte er weiter.
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Die Weihnachtsansprache fiel nur einen Tag nach einer weiteren wichtigen Wortmeldung des ukrainischen Präsidenten. Am Dienstag hatte Selenskyj erstmals detaillierter über einen möglichen Plan zur Beendigung des russischen Angriffskriegs gesprochen. Der vorgestellte 20-Punkte-Plan sieht unter anderem ein Einfrieren der aktuellen Frontlinie vor. Gleichzeitig würden darin auch der Abzug ukrainischer Truppen sowie entmilitarisierte Zonen angesprochen – Punkte, die Kiew bislang nur ungern in Betracht gezogen hatte.
Laut dem Entwurf sollen zudem Sicherheitsgarantien für die Ukraine nach dem Vorbild von Artikel 5 der Nato sowie eine Armee-Stärke von rund 800.000 Soldaten vorgesehen sein. Die von Russland geforderte rechtliche Verpflichtung der Ukraine, auf einen Nato-Beitritt zu verzichten, ist nach Angaben Selenskyjs nicht mehr Teil des Plans.
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