Experte warnt:

CIA-Chef in Moskau: "Die Lage ist ernst"

Ein Mann im blauen Anzug steht lächelnd im Freien vor einem Gebäude mit schwarzen Streben.
© AFP
Die letzte solche Mission fand kurz vor dem Überfall auf die Ukraine statt.
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CIA-Direktor John Ratcliffe hat Russland bei seinem Besuch in Moskau Medienberichten zufolge vor einem Angriff auf NATO-Verbündete gewarnt. Das berichteten das "Wall Street Journal" und das Magazin "Politico" unter Berufung auf nicht namentlich genannte Quellen. Der Chef des US-Geheimdienstes hatte die russische Hauptstadt am Dienstag besucht. Über den Inhalt seiner Gespräche wurde allerdings nur wenig bekannt.

Der CIA-Chef habe Russland vor allem mit Blick auf die östlichen NATO-Partner im Baltikum vor einer Eskalation gewarnt, berichtete "Politico". Zudem habe er den Kreml dazu gedrängt, seine militärische und finanzielle Unterstützung für den Iran herunterzufahren.

US-Präsident Donald Trump bestätigte am Mittwoch (Ortszeit) Ratcliffes Aufenthalt in Russland in der US-Radiosendung des rechtspopulistischen Moderators Glenn Beck, verneinte allerdings, dass die Reise im Kontext eines möglichen Vorgehens Putins gegen die NATO oder des Iran-Konflikts gestanden habe. Laut Trump sei Ratcliffes Besuch "eine Art Semi-Routine" gewesen. "Wir würden gern sehen, dass der Krieg mit der Ukraine endet."

Kreml: Kein Treffen mit Putin

Nach Angaben russischer Nachrichtenagenturen hatte Kremlsprecher Dmitri Peskow bestätigt, dass Ratcliffe für Gespräche "zwischen den Geheimdiensten" nach Moskau gekommen war. Der Vertraute von Präsident Wladimir Putin betonte allerdings, dass es kein Treffen des Kremlchefs mit Ratcliffe gegeben habe.

Für Ratcliffe dürfte es der erste Besuch als CIA-Chef in Moskau gewesen sein. Der letzte bekannte Besuch eines CIA-Chefs in Russland war 2021 die Reise des damaligen Direktors William Burns. Er traf sich auch mit Putin. Burns sollte damals im Auftrag von US-Präsident Joe Biden eine Eskalation im Ukraine-Konflikt verhindern. Allerdings begann Putin dann am 24. Februar 2022 seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine.

Experten schlagen Alarm

Sicherheitsexperte Nico Lange bewertet die Reise als ernstes Signal. Gegenüber der BILD sagte er: "Die Lage ist ernst." Ratcliffe habe vermutlich eine Art Gefährderansprache übermittelt: "Wir wissen, was ihr plant – tut es nicht."

Als möglicher Gesprächspartner gilt Sergej Naryschkin, Chef des russischen Auslandsgeheimdienstes SWR. Der Kreml bestätigte Kontakte zwischen den Geheimdiensten und erklärte, Präsident Wladimir Putin sei über die Gespräche informiert worden.

Die Reise erinnert an einen Besuch des damaligen CIA-Chefs William Burns in Moskau im November 2021. Damals warnte Burns die russische Führung im Auftrag von US-Präsident Joe Biden vor den Konsequenzen eines Angriffs auf die Ukraine – nur wenige Monate vor Beginn der Invasion.

Auch diesmal könnte es um mögliche Eskalationen gehen. Lange nennt unter anderem Drohnenangriffe und Zwischenfälle mit NATO-Staaten als mögliche Themen. Dass nicht Außenminister Marco Rubio, sondern der CIA-Chef nach Moskau flog, deutet laut Politikwissenschaftler Peter Neumann darauf hin, dass es vor allem um hochsensible sicherheitspolitische Botschaften und vertrauliche Informationen ging.

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