Geheim-Agentin

Russisches "Pussy Riot"-Mitglied spricht über Zwangsarbeit

© Getty Images
Jahrelang soll Rita Flores für den russischen Geheimdienst FSB spioniert haben. Jetzt berichtet die ehemalige Pussy-Riot-Aktivistin, wie sie unter Druck zur Agentin wurde – und warum sie schließlich aus Russland floh.
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Nach einer Wohnungsdurchsuchung im Februar 2023 sollen zwei FSB-Agenten Flores massiv unter Druck gesetzt haben. Ihr wurde demnach mit einem Strafverfahren wegen ihrer Beiträge über das Massaker im ukrainischen Butscha gedroht.

Außerdem hätten die Agenten sie mit einer persönlichen Drohung konfrontiert: Flores könne niemals beweisen, wer ihre Mutter getötet habe. Unter diesem Druck habe sie schließlich einen Vertrag mit dem FSB unterschrieben.

Deckname "Harley" und ein Doppelleben

Von da an führte Flores nach eigener Darstellung ein Doppelleben. Der Geheimdienst gab ihr den Decknamen "Harley" und beauftragte sie zunächst damit, Informationen über Künstler zu sammeln.

Später sollte sie Menschen aus ihrem eigenen Umfeld ausspionieren. Der FSB habe sich dafür interessiert, mit wem diese Personen Kontakt hatten, wer zu ihren Familien gehörte und welche Schwachstellen gegen sie verwendet werden könnten.

© ritaflores69/instagram

Flores behauptet, die Aufträge jedoch immer wieder sabotiert zu haben. Teilweise habe sie bewusst Konflikte mit Freunden provoziert und den Kontakt abgebrochen, damit sie dem Geheimdienst keine verwertbaren Informationen liefern konnte.

Auftrag gegen Ex-Pussy-Riot-Sprecher

Im Sommer 2025 soll Flores schließlich einen Auftrag erhalten haben, den sie nicht mehr mittragen wollte. Sie sollte den Verleger des Oppositionsportals Mediazona und ehemaligen Pussy-Riot-Sprecher Pjotr Wersilow nach Serbien locken.

Dort sollen russische Agenten geplant haben, Wersilow zu entführen und zu töten. Die Behauptung über diesen angeblichen Mordplan ist bisher nicht unabhängig bestätigt.

Flores wandte sich nach eigenen Angaben stattdessen an den im Exil lebenden Menschenrechtsanwalt Dmitri Sachwatow und begann, ihren Ausstieg aus dem FSB vorzubereiten.

Flucht aus Russland

Inzwischen ist Flores aus Russland geflohen. Mit ihrem öffentlichen Bericht will sie nach eigener Aussage auch anderen Menschen helfen, die vom FSB angeworben oder unter Druck gesetzt wurden.

Ihr Appell an Betroffene: Sie selbst sei ein Beispiel dafür, dass man sich an die richtigen Menschen wenden könne und dann Hilfe bekomme.

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