Auf der Flucht

FBI jagt diesen Deutschen Millionen-Betrüger

© Getty Images
Er soll Investoren in den USA um Millionen betrogen haben – jetzt ist Bernhard Eugen Fritsch auf der Flucht. Das FBI fahndet öffentlich nach dem 65-jährigen Deutschen und vermutet ihn in München.
OE24 auf Google bevorzugen

Fritsch zog in den 1990er-Jahren von Landshut in die USA. Mit seiner Firma StarClub bewegte er sich in der Welt der Reichen und Prominenten und traf unter anderem Hollywood-Stars wie Michael Jackson und Wesley Snipes.

Gegenüber Investoren soll er den Eindruck erweckt haben, seine Firma habe eine Software entwickelt, mit der Prominente und Influencer mit Online-Werbung Geld verdienen können.

Boris Becker, Verona Pooth und Bernhard Fritsch am Oktoberfest 2016 © Getty Images

Laut FBI stellte Fritsch dabei angebliche Vereinbarungen mit großen Medien- und Unterhaltungskonzernen sowie die finanzielle Situation von StarClub falsch dar, um weitere Investitionen zu erhalten.

Millionen für Luxus und eine Villa

Nach Angaben der US-Behörde soll Fritsch mindestens 7,3 Millionen Dollar der Investorengelder für persönliche Ausgaben verwendet haben. Dazu gehörten dem FBI zufolge unter anderem Hypotheken, Wohnkosten und Luxusfahrzeuge.

US-Medien berichteten zudem, dass er seine Villa in Malibu renoviert und seine Jacht umbauen ließ.

Im April 2025 wurde Fritsch von einer Jury in Los Angeles wegen Betrugs schuldig gesprochen. Bis zur Festsetzung des Strafmaßes durfte er unter Auflagen auf freiem Fuß bleiben.

Doch zu seinem Gerichtstermin im Juni erschien er nicht mehr.

Flucht über Mexiko nach Deutschland

Fritsch, der auch unter dem Namen Charles Wiest auftrat, soll nach Los Mochis in Mexiko geflohen sein. Dort wurde er im September 2025 wegen falscher Ausweispapiere festgenommen.

Nach seiner Freilassung hätte er sich alle zwei Wochen bei einem Einwanderungsgericht melden müssen. Laut FBI erschien er dort nicht mehr.

Wesley Snipes, Verona Pooth und Bernhard Fritsch

Am 6. Oktober soll er schließlich nach Deutschland geflohen sein. Die US-Behörde geht davon aus, dass sich der Gesuchte in München aufhält.

Während Fritsch verschwunden blieb, wurde in den USA das Strafmaß in seiner Abwesenheit verkündet: 15 Jahre Haft, 35.000 Dollar Geldstrafe und fast 27 Millionen Dollar Schadenersatz.

FBI setzt 150.000 Dollar Belohnung aus

Das FBI will Fritsch unbedingt finden und hat eine Belohnung von bis zu 150.000 Dollar für Hinweise ausgelobt, die zu seiner Festnahme führen.

Auch seine Ehefrau, die Schauspielerin Lucinda Wiest Maneira, geriet ins Visier der Ermittler. Sie soll gestanden haben, ihrem Mann bei der Flucht geholfen zu haben. Ihr drohen bis zu fünf Jahre Haft.

Wird der Deutsche überhaupt ausgeliefert?

Selbst wenn Fritsch in Deutschland gefasst wird, ist eine Auslieferung in die USA offenbar nicht automatisch möglich.

Nach dem deutschen Grundgesetz gilt grundsätzlich: "Kein Deutscher darf an das Ausland ausgeliefert werden." Ausnahmen gibt es unter bestimmten Voraussetzungen etwa für Auslieferungen an EU-Mitgliedstaaten oder einen internationalen Gerichtshof.

Damit bleibt offen, ob der Millionen-Betrüger im Fall einer Festnahme tatsächlich vor ein US-Gefängnis kommt.

Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden