Handel
Fußball-WM kurbelt Handel um 200 Millionen an
Mehr als jede zweite Person will Spiele verfolgen, jede dritte plant zusätzliche Ausgaben. Besonders profitieren Lebensmittelhandel und Gastronomie.
WM-Fieber erreicht auch Österreich
Wenn am 11. Juni die Fußball-Weltmeisterschaft in Kanada, Mexiko und den USA angepfiffen wird, blickt auch Österreich gespannt auf das größte Sportereignis der Welt. Trotz großer Zeitverschiebung und tausender Kilometer Entfernung plant mehr als jede zweite Österreicherin und jeder zweite Österreicher, die Spiele zu verfolgen. Demnach wollen laut aktuellem Consumer Check von Reppublika Research 53 Prozent der Bevölkerung zumindest einzelne Spiele ansehen. Für 42 Prozent ist das Turnier von großem oder sehr großem Interesse. Die WM entwickelt sich damit nicht nur zu einem sportlichen, sondern auch zu einem wirtschaftlichen Großereignis.
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Zusätzliche Umsätze für den Handel
Rund 32 Prozent der Befragten geben an, im Zusammenhang mit der Weltmeisterschaft zusätzliche Ausgaben zu planen. Hochgerechnet ergibt sich daraus ein Umsatzpotenzial von rund 200 Millionen Euro für den österreichischen Handel. Besonders gefragt sind Lebensmittel, Snacks und Getränke. Jeder fünfte Befragte plant in diesem Bereich höhere Ausgaben. Auch Produkte rund um Grillen, Garten und Outdoor-Aktivitäten profitieren von der Fußball-Euphorie. 13 Prozent wollen hier zusätzlich investieren. Dahinter folgen Fanartikel und Merchandise-Produkte, Sportbekleidung und Sportausrüstung sowie Unterhaltungselektronik wie Fernseher oder Audio-Systeme. Wer zusätzliche Einkäufe plant, gibt dafür durchschnittlich 133 Euro aus.
Fußball bleibt ein Gemeinschaftserlebnis
Die Weltmeisterschaft wird vor allem gemeinsam erlebt. 59 Prozent der Zuschauerinnen und Zuschauer wollen die Spiele mit Familie oder Freunden zuhause verfolgen. Weitere 21 Prozent planen Besuche in Lokalen oder bei Public-Viewing-Veranstaltungen. Gleichzeitig bleibt das heimische Wohnzimmer ein wichtiger Austragungsort: 58 Prozent möchten zumindest einzelne Begegnungen alleine ansehen. Der Handel profitiert damit nicht nur von klassischen Fanartikeln, sondern auch von den Vorbereitungen auf gemeinsame Fernsehabende und Grillfeste.
Große Hoffnungen für das Nationalteam
Auch sportlich zeigen sich die Österreicherinnen und Österreicher optimistisch. Lediglich zwölf Prozent rechnen mit einem Vorrunden-Aus der ÖFB-Auswahl. Die Mehrheit traut dem Team zumindest das Achtelfinale zu. Knapp ein Viertel sieht Österreich sogar im Viertelfinale. Besonders bemerkenswert: Sieben Prozent der Befragten glauben an einen Finaleinzug der Mannschaft rund um David Alaba, Marko Arnautović und Marcel Sabitzer. Vier Prozent halten sogar den Gewinn des Weltmeistertitels für möglich. Als wahrscheinlichste Weltmeister werden jedoch andere Nationen gehandelt. Spanien führt die Liste der Favoriten mit 17 Prozent an, gefolgt von Frankreich mit zwölf Prozent. Dahinter liegen Brasilien, Argentinien und Deutschland.
Junge Fans besonders konsumfreudig
Die Begeisterung für Fußball zieht sich durch alle Altersgruppen. Besonders hoch ist das Interesse bei den 18- bis 29-Jährigen, von denen fast die Hälfte die WM aktiv verfolgen will. Aber auch in älteren Generationen bleibt das Turnier ein wichtiger Publikumsmagnet. Auffällig sind die Unterschiede beim Kaufverhalten. Junge Erwachsene greifen deutlich häufiger zu Fanartikeln, Sportausrüstung und Elektronikprodukten als der Durchschnitt der Bevölkerung. Sie gelten damit als besonders interessante Zielgruppe für den Handel. Auch die Unterschiede zwischen Männern und Frauen fallen geringer aus als häufig vermutet. Während sich 52 Prozent der Männer für die Weltmeisterschaft interessieren, sind es bei den Frauen immerhin 31 Prozent. Fast jede zweite Frau plant zudem, zumindest einzelne Spiele zu verfolgen.
Mehr als nur ein Sportereignis
Die Fußball-Weltmeisterschaft entwickelt sich damit zu einem der größten Konsum- und Gemeinschaftsereignisse des Jahres. Sie bringt Menschen zusammen, sorgt für gemeinsame Erlebnisse und schafft gleichzeitig zusätzliche Kaufanreize. Für den Handel könnte das Turnier deshalb weit mehr sein als ein sportliches Sommermärchen – nämlich ein kräftiger Umsatzmotor mitten im Jahr.
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