American Football in Österreich ist weiter am aufsteigenden Ast. Das Tackle-Nationalteam zählt immer noch zu den Top-Adressen in Europa, die Vienna Vikings konnten die Premieren-Saison in der AFLE für sich entscheiden und auch die Flag-Nationalteams zählen seit Jahren zur absoluten Welt-Elite.
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Auch deshalb zählte man zu den Top-Anwärtern, dass man sich im vergangenen Sommer bei der Weltmeisterschaft in Deutschland bereits für die Olympia-Premiere qualifiziert. Doch am Ende steht man sowohl bei den Herren als auch den Damen mit leeren Händen da. Im Anschluss überschlugen sich die Ereignisse.
Die beiden Cheftrainer Robert Riedl und Michael Salamon gaben aus unterschiedlichen Gründen ihren Rücktritt bekannt, AFBÖ-Sportdirektor Andreas Pröller musste das Flag-Team völlig neu aufstellen, um das klare Ziel Olympia noch zu erreichen. Für das Olympia-Ticket muss man bei der Europameisterschaft 2027 das Finale erreichen. Den Herren würde auch ein dritter Platz reichen, sollte Italien - die bereits fix qualifiziert sind - im Endspiel stehen. Sollte man auch hier den Olympia-Zug verpassen, bleibt nur noch die Hoffnung auf das Qualifikations-Turnier im Vorfeld der Spiele in Los Angeles.
Großer Druck
Schon vor Wochen meinte Pröller im Gespräch mit oe24, dass der Druck von vielen Seiten nun extrem spürbar sei. ÖOC, Geldgeber und auch die Verbands-Spitze waren mit den Resultaten nicht zufrieden. Damals meinte Pröller, dass "es so nicht weitergehen kann".
Nach den Rücktritten war klar, dass beide Nationalteams neue Teamchefs bekommen werden. Seitens des Verbands wollte man die Chance nutzen und neue Impulse setzen. Die Konkurrenz hat sich rasant weiterentwickelt, während man sich in Österreich auf den Erfolgen der Vergangenheit ausgeruht hatte.
Während Nationen wie Italien, Amerikanisch-Samoa und Kanada vor allem bei den Herren auf erfahrene Tackle-Footballer gesetzt hatten, ging man den rot-weiß-roten Weg mit bekannten Flag-Spielern gehen wollte. Auch hier soll es nun zum Umdenken kommen. Ex-NFL-Hoffnung Sandro Platzgummer will sich den Olympia-Traum verwirklichen, wird allerdings noch von Verletzungen gebremst. Und nun sollen auch weitere Tackle-Stars sich voll und ganz im Zeichen der fünf Ringe für den neuen Weg entschieden haben.
Neue Coaches ante portas
Immer wieder ist im Verband zu hören, dass man möglicherweise zu spät gehandelt hatte. Jetzt braucht es eine Leistungsexplosion. Allerdings fehlen immer noch die neuen Head Coaches. Doch wie oe24 erfuhr, soll es hier bereits eine Einigung geben. Das neue Trainer-Team steht bereits fest und wird in den kommenden Tagen präsentiert.
Anstatt den rot-weiß-roten Weg fortzuführen, setzt man seitens des AFBÖ nun auf Expertise aus den USA, dem Mutterland des Footballs. Die neuen Trainer waren vor wenigen Wochen bereits in Österreich und haben erstmals Kontakt zu den Spielern gehabt, im November folgt in der Steiermark das erste offizielle Vorbereitungs-Camp unter der neuen Führung. Damit will man rechtzeitig noch den Sprung schaffen und Österreichs erster Beitrag einer Mannschaftssportart bei Sommerspielen seit den Handball-Damen 1992 in Barcelona sein.
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