"Stetiger Anstieg"
Ratten-Alarm in beliebter Großstadt
Ein stetiger Anstieg der Nagerpopulation sorgt in beliebten Vierteln für Aufsehen und ruft Schädlingsbekämpfer auf den Plan. Eigentlich gelten die Tiere als scheu und nachtaktiv, doch das Bild im Zentrum der bayerischen Landeshauptstadt hat sich dramatisch verändert. Direkt an der U-Bahn-Treppe am belebten Goetheplatz wurden nun acht Ratten gleichzeitig gesichtet, wie sie ungeniert durch die Sträucher huschten. Weder der dichte Autolärm noch der Fußgängerstrom schienen die Tiere bei ihrer Futtersuche zu stören.
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Schädlingsbekämpfer Jason Puschmann ist mittlerweile fast jeden zweiten Tag im gesamten Stadtgebiet im Einsatz, um dem Befall Herr zu werden. Er bestätigt gegenüber der "tz" eine bedenkliche Entwicklung: "Wir beobachten einen leichten, stetigen Anstieg."
Dass die Nager derart zahlreich untertags auftreten, werten Experten als klares Alarmzeichen. Es zeigt, dass die Population massiv gewachsen ist und die Tiere jegliche Scheu vor dem Menschen verloren haben.
Hier vermehren sich die Nager
Besonders U- und S-Bahnhöfe bieten den Nagetieren ideale Lebensbedingungen, da sie Schutz und reichlich Essensreste vereinen. Neben dem Goetheplatz stuft das städtische Gesundheitsreferat weitere zentrale Punkte als auffällig überdurchschnittlich belastet ein. Vor allem am Hauptbahnhof, in der Region Alter Botanischer Garten und beim Nussbaumpark werden immer mehr Sichtungen gemeldet. Überquellende Mistkübel und Parkbesucher sorgen für ein ständiges Nahrungsangebot.
Um die Tiere nachhaltig zurückzudrängen, fordert der Kammerjäger auf eine strukturierte Strategie. Ein konsequenter Stopp des Fütterns von Vögeln und Igeln sowie striktes Verschließen aller Müllbehälter, gezielter Einsatz von Giftködern und mechanischen Schlagfallen an den Laufwegen und dauerhaftes Abdichten von Einschlupflöchern mit robusten Gittern, Mörtel oder Stahlwolle sind für den Fachmann unumgänglich.
In der Regel dauert es rund eine Woche, bis erste Maßnahmen greifen; in hartnäckigen Fällen zieht sich der Einsatz über Monate. Preislich schlägt der Service meist mit einer Pauschale von 400 bis 450 Euro zu Buche.
Wirte bleiben gelassen – Stadt bittet um Mithilfe
Trotz der beunruhigenden Bilder stuft Gregor Lemke, Sprecher der Münchner Innenstadtwirte, die Gesamtsituation derzeit noch entspannt ein. In seinem Augustiner Bräustüberl und rund um den Dom seien aktuell keine Fälle bekannt. Vor zwei Jahren sah das noch anders aus, als Wirte über Mäuse klagten und bauliche Öffnungen versiegeln ließen. Auch am Viktualienmarkt setzt man an den Ständen präventiv auf Fallen.
Da Nager an offenen Plätzen nie vollständig verschwinden werden, bittet das Gesundheitsreferat um Wachsamkeit und bittet Bürger bereits sich bei Sichtungen zu melden.
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