Trotz Verhandlungen

Selenskyj warnt: Putin will den Krieg nicht beenden

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Trotz neuer diplomatischer Bemühungen glaubt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nicht an einen echten Friedenswillen von Kremlchef Wladimir Putin. Im CNN-Interview warnt er davor, Russland durch gelockerte Sanktionen noch stärker zu machen.
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Die Beziehungen zwischen den USA und der Ukraine haben sich zuletzt deutlich verschlechtert. Besonders Trumps angekündigter Deal zum Kauf russischer Energieträger und die Lockerung bestimmter Sanktionen sorgten in Kiew für Kritik. Auch Einschränkungen bei wichtigen technischen Diensten und Verzögerungen bei Waffenlieferungen belasteten das Verhältnis.

Im Gespräch mit CNN in Kiew betonte Selenskyj nun, dass es ihm nicht um persönliche Konflikte mit Trump gehe. Eine Lockerung der Sanktionen gegen Russland lehne er jedoch entschieden ab. Damit würde Kremlchef Wladimir Putin nur weiter gestärkt.

"Putin spielt mit Menschenleben"

Auch an Putins Friedenswillen zweifelt der ukrainische Präsident. Zwar hatte sich der US-Sondergesandte Steve Witkoff am Mittwoch rund drei Stunden mit Putin in St. Petersburg getroffen. Der russische Präsident stimmte anschließend Gesprächen im November zu, konkrete Details blieben allerdings offen.

"Putin spielt", sagte Selenskyj im Interview. Es sei bedauerlich, dass der Kremlchef dabei mit dem Leben anderer Menschen spiele. Die internationalen Partner der Ukraine dürften Russland deshalb keine Möglichkeit geben, seine Position weiter auszubauen.

Auch an Putins Friedenswillen zweifelt der ukrainische Präsident. © Anadolu via Getty Images

US-Präsident Trump hatte am Mittwoch erklärt, seine Regierung sei einer Lösung des Krieges so nahe wie noch nie. In der Nacht darauf erschütterten jedoch erneut russische Angriffe die ukrainische Hauptstadt Kiew. Dabei wurde laut örtlichen Rettungsdiensten ein Mensch getötet, mindestens 22 weitere wurden verletzt.

Waffenstillstand möglich, Gebietsverzicht nicht

Selenskyj deutete an, dass ein Einfrieren der derzeitigen Frontlinien eine Möglichkeit sein könnte, die Kämpfe zunächst zu stoppen und anschließend weiterzuverhandeln. Einen Verzicht auf ukrainisches Gebiet lehnt Kiew aber ab.

"Unser Land ist sehr wichtig, weil es um Menschen geht. Es geht nicht um Kilometer", erklärte Selenskyj. Viele Menschen seien bei der Verteidigung des Landes und seiner Unabhängigkeit gestorben. Von Russland besetzte Gebiete werde die Ukraine zudem niemals als russisches Staatsgebiet anerkennen.

Ukraine fordert bessere Raketen

Neben dem Festhalten an den Sanktionen braucht die Ukraine nach Angaben Selenskyjs vor allem wirksamere militärische Unterstützung. Zwar sei der Austausch von Geheimdienstinformationen mit den USA wiederhergestellt worden, der militärische Satellitendienst Starshield sei jedoch noch nicht vollständig verfügbar.

Besonders schwer wiegt der Mangel an Abfangraketen. Selbst wenn das ukrainische Militär vor einem anfliegenden russischen ballistischen Flugkörper gewarnt werde, fehle mitunter die notwendige Munition, um ihn abzufangen. Auch die von europäischen Verbündeten gelieferten Luftabwehrraketen reichten nicht aus.

Selenskyjs Forderung an die Partner ist deshalb klar: Die Sanktionen gegen Putin sollen bestehen bleiben, gleichzeitig brauche die Ukraine bessere Raketen, um sich gegen weitere Angriffe verteidigen zu können.

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