Neuzugänge

Seltene Exoten ziehen im Tiergarten Schönbrunn ein

Ein Rüsselhündchen läuft auf dem Waldboden zwischen Blättern und Erde.
© Getty Images/imageBROKER RF
Ein Säugetier mit Schuppenpanzer und ein flinker Insektenjäger mit Rüsselnase sollen künftig in Schönbrunn zu sehen sein. Mit den neuen Bewohnern will der Tiergarten verstärkt auf den Schutz bedrohter Tierarten aufmerksam machen. Bis Besucher die Exoten bestaunen können, dauert es allerdings länger als geplant.
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Zu den künftigen Bewohnern zählen Rotschulter-Rüsselhündchen. Die flinken Säugetiere stammen aus den Wäldern Ostafrikas und wiegen rund 500 Gramm. Mit ihrem langen Schwanz erreichen sie eine Länge von bis zu 50 Zentimetern. Besonders auffällig sind ihre rüsselartige Schnauze und das rotbraun-schwarze Fell.

Trotz ihres Namens haben die Tiere mit Hunden nichts zu tun. Sie gehören zur Ordnung der Rüsselspringer und sind sogar entfernt mit Elefanten verwandt. Mit ihrer beweglichen Nase durchstöbern die tagaktiven Tiere den Waldboden nach Insekten und anderen kleinen Wirbellosen. Dank ihrer kräftigen Hinterbeine können sie bei Gefahr blitzschnell flüchten.

In freier Wildbahn kommen Rotschulter-Rüsselhündchen nur in einem begrenzten Gebiet in Kenia und Tansania vor. Obwohl die Art derzeit nicht als gefährdet eingestuft ist, setzt ihr die fortschreitende Abholzung der Wälder zu.

Schuppentiere in Europa äußerst selten

Eine weitere Besonderheit sind die Chinesischen Schuppentiere. Die nachtaktiven Säugetiere sind mit harten Hornschuppen bedeckt und zählen zu den am stärksten vom illegalen Wildtierhandel betroffenen Tierarten. Laut Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck sind sie in europäischen Zoos äußerst selten zu sehen.

Ein Chinesisches Schuppentier läuft auf sandigem Boden mit grünem Hintergrund.
Der Tiergarten Schönbrunn wird der dritte zoologische Garten in Europa sein, in dem künftig Chinesische Schuppentiere leben werden. © APA/ZOO LEIPZIG

Schönbrunn soll erst der dritte Zoo in Europa werden, der diese Tiere hält. Geplant ist die Haltung eines Pärchens, mit dem der Tiergarten auch auf Nachwuchs hofft.

Regenwaldhaus öffnet erst Anfang 2027

Blick auf eine im Bau befindliche Fledermausanlage im Tiergarten Schönbrunn, umgeben von Pflanzen.
Während es schon kühlt ist, wächst im Tiergarten Schönbrunn ein Stück Regenwald heran. © APA/DANIEL ZUPANC

Bis die neuen Bewohner in Schönbrunn zu sehen sind, müssen sich Tierfreunde allerdings gedulden. Die Wiedereröffnung des seit 2022 geschlossenen Regenwaldhauses verschiebt sich von heuer auf Anfang 2027.

Bei der Generalsanierung sind laut Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck größere Schäden an der Bausubstanz entdeckt worden als ursprünglich erwartet. Gleichzeitig erhält das Gebäude ein völlig neues Konzept. Dafür mussten unter anderem Wände verändert und das Heizsystem angepasst werden.

Künftig sollen Besucher dort auch einen nächtlichen Regenwald erleben können. Eine spezielle Lichtsteuerung ermöglicht es, die nachtaktiven Schuppentiere während der regulären Besuchszeiten zu beobachten. Geplant ist zudem eine mehr als acht Meter hohe Anlage für Blumenfledermäuse.

Auch neues Aquarium verspätet sich

Verzögerungen gibt es außerdem beim geplanten Artenschutz-Aquarium. Ursprünglich sollte das Großprojekt 2028 fertiggestellt werden, mittlerweile rechnet der Tiergarten eher mit 2029. Als Grund nennt Hering-Hagenbeck laufende behördliche Abstimmungen. Da Schönbrunn zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, müssen Neubauten zusätzliche Anforderungen erfüllen. Für Besucher könnte der Zoobesuch künftig auch teurer werden. Eine weitere Erhöhung der Eintrittspreise schließt der Direktor angesichts steigender Kosten nicht aus. Rund 80 Prozent der Finanzierung des Tiergartens stammen laut Hering-Hagenbeck aus Eintrittsgeldern.

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