Rossmarkthöfe
St. Pölten: Alpenland kauft Leiner-Areal
Den Zuschlag erhält Alpenland im Zuge des Bieterverfahrens rund um die Insolvenzabwicklung der SÜBA AG. Damit endet ein Kapitel voller Rückschläge: Ursprünglich holte sich 2018 der Signa-Konzern von René Benko das traditionsreiche Stammhaus der Möbelkette Leiner und wollte daraus die „Rossmarkthöfe" formen. 2022 wanderte das Projekt weiter an die SÜBA AG des Immobilieninvestors Klemens Hallmann – die im April 2025 selbst in die Insolvenz schlitterte.
Strategischer Coup statt Prestigeprojekt
Für Alpenland ist der Ankauf weit mehr als nur ein weiteres Bauprojekt. Obfrau Isabella Stickler wird deutlich: „Für uns ist der Ankauf kein Prestigeprojekt, sondern eine strategische Gelegenheit. Die Rossmarkthöfe sind eine Schlüsselimmobilie im Herzen unserer Stadt und liegen gleichzeitig direkt an unserem Unternehmensstandort St. Pölten. Wir wollen dieses Areal langfristig und mit hoher Qualität entwickeln und damit einen nachhaltigen Beitrag zur Stadtentwicklung leisten." Das rund 9.082 Quadratmeter große Areal soll Schritt für Schritt zu einem lebendigen, urbanen Quartier heranwachsen – mit einem klaren Schwerpunkt auf leistbarem Wohnraum.
Wohnen soll sich alle leisten können
Zentrale Lagen gelten gemeinhin als besonders begehrt: kurze Wege, gute Infrastruktur, Nähe zu Arbeitsplätzen, Bildung, Kultur und Freizeit. Genau das macht sie aber auch teuer – ein Umstand, den Alpenland ändern will. Stickler bringt es auf den Punkt: „Als gemeinnütziger Wohnbauträger sehen wir es als unsere Verantwortung, leistbaren Wohnraum auch dort zu schaffen, wo die Nachfrage besonders groß ist – und das ist gerade in zentralen Lagen der Fall. Die Rossmarkthöfe bieten dafür eine einmalige Ausgangssituation." Zentrale Standorte sollen also nicht länger nur hochpreisigen Nutzungen vorbehalten bleiben.
Alt und Neu im Zusammenspiel
Bei der Quartiersentwicklung setzt Alpenland auf eine Kombination aus Bewahren und Erneuern. Die denkmal- und ensemblegeschützten Gebäude des Areals sollen dabei besondere Beachtung finden. Gleichzeitig eröffnet das Grundstück Raum für neue Baukörper, zusätzliche Wegverbindungen und eine bunte Nutzungsmischung. Stickler erklärt: „Wir sehen in der Kombination aus Bestandsentwicklung und Neubau eine große Chance. Unser Ziel ist ein Quartier, das Wohnen, Arbeiten, Gewerbe und weitere Nutzungen miteinander verbindet, neue Wege durch das Areal schafft und dabei vor allem auch leistbaren Wohnraum ermöglicht. So kann an diesem zentralen Standort ein lebendiger neuer Teil der Stadt entstehen."
22.500 Quadratmeter Geschoßfläche geplant
Für das insgesamt 9.082 Quadratmeter umfassende Areal aus bebauten und unbebauten Grundstücken rechnet Alpenland mit einer Mindest-Bruttogeschoßfläche von rund 22.500 Quadratmetern. Mit der Stadt St. Pölten bestehen bereits grundlegende Rahmenbedingungen in Form eines Raumordnungsvertrags. In den kommenden Monaten sind weitere Gespräche mit der Stadt geplant, um aktuelle Anforderungen und künftige Vorstellungen in die Planung einfließen zu lassen. Vorgesehen ist ein vielfältiger Nutzungsmix: Neben leistbarem Wohnen sollen auch ein Hotel sowie Büro- und Gewerbeflächen entstehen. Wie stark die einzelnen Nutzungen künftig gewichtet werden, klärt sich erst im weiteren Planungs- und Abstimmungsprozess. Wann die Umsetzung konkret startet, ist derzeit noch offen.
Mit dem Kauf übernimmt Alpenland Verantwortung für eine der wichtigsten Entwicklungsflächen im Zentrum St. Pöltens – und setzt damit ein deutliches Zeichen für leistbares Wohnen mitten in der Landeshauptstadt.
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