Pilnacek

U-Ausschuss verlängert: Nach Stocker soll Kurz kommen

Ein Mann im Anzug steht vor einer Tafel mit Blindenschrift im modernen Gebäude.
© APA/HANS KLAUS TECHT
Kanzler kam am Mittwoch ohne Vertrauensperson befragt ++ Keine Kenntnis von Beratungen von Kurz & Co.
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Der U-Ausschuss, der den Vorgänger rund um den verstorbenen Justiz-Sektionschef Christian Pilnacek behandelt, wird fix verlängert. Wie oe24 bereits berichtet, wird die FPÖ das entsprechende Verlangen stellen - die Unterschriften der FPÖ-Mandatare reichen dafür aus. Einer der Gründe: Die Absagen von Ex-Kanzler Karl Nehammer sowie der Salzburger Landeshauptfrau Karoline Edtstadler - sie wären einer Befragung sonst entkommen. FPÖ-Fraktionsführer Christian Hafenecker will zudem den früheren Kanzler Sebastian Kurz laden.

Ein Mann im Anzug steht vor einer Wand mit dem Axel-Springer-Award-Logo in Berlin.
Ex-Kanzler Sebastian Kurz beim Axel-Springer-Preis in Berlin. © APA/AFP/TOBIAS SCHWARZ

Doch davor war am Mittwoch Christian Stocker (ÖVP) im U-Ausschuss. Der Kanzler - als gelernter Anwalt kam er ohne Vertrauensperson - will laut eigenen Angaben nichts von Beratungsleistungen für seine Partei durch Pilnacek gewusst haben. Er habe den verstorbenen Justiz-Sektionschef lediglich durch dessen Rechtsexpertisen für das Parlament gekannt, sagte der Regierungschef am Mittwoch unter Wahrheitspflicht.

Von Verfahrensrichterin Christa Edwards nach der persönlichen Beziehung zu Pilnacek befragt, antwortete der Regierungschef, diesen bereits zu seiner Zeit als Anwalt gekannt zu haben. Die spätere Bekanntschaft habe sich aber darin erschöpft, "dass er mir seine Überlegungen zu legistischen Vorhaben im Parlament mitgeteilt hat".

Pilnacek beriet unter anderem Sebastian Kurz

Von der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) sichergestellte Daten hatten ergeben, dass Pilnacek in Einzelfällen auch ÖVP-Politiker, etwa den einstigen Bundeskanzler Sebastian Kurz, juristisch beraten hatte.

Hier verkündet Hafenecker die Verlängerung

Ein Mann spricht bei einer Pressekonferenz am Rednerpult vor einem Gebäude in Wien.
FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker am Mittwoch, 21. Oktober 2026, im Rahmen einer Pressekonferenz zum Thema 'ÖVP: Die Aufklärung steht vor der Tür!' vor der ÖVP-Bundesparteizentrale in Wien. © APA/HANS KLAUS TECHT

Bereits am Mittwochvormittag hatte die FPÖ indes mitgeteilt, den Untersuchungsausschuss um drei Monate zu verlängern. Begründet wurde dies unter anderem mit den jüngsten prominenten Absagen von Auskunftspersonen. Man folge "dem pädagogischen Grundsatz: Unerwünschtes Verhalten darf nicht zum Erfolg führen", sagte FPÖ-Fraktionsführer Christian Hafenecker bei der Pressekonferenz vor der ÖVP-Parteizentrale in Wien unter dem Motto "Die Aufklärung steht vor der Tür". Er kritisierte das Fernbleiben von Nehammer und Edtstadler (ÖVP), die als Auskunftspersonen geladen waren, sich aber entschuldigen ließen.

Kurz war der Letzte, der mit Pilnacek telefonierte

Durch die Verlängerung sollen sie doch noch befragt werden. Laden wollen die Freiheitlichen außerdem auch Ex-Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP). Der ehemalige ÖVP-Chef war der Letzte, mit dem Pilnacek in der Todesnacht telefoniert hat.

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