Vorsicht!

Zeitumstellung: Muss ich meine Medikamente jetzt anders einnehmen?

Frau nimmt eine Tablette und achtet auf ihre tägliche Gesundheit und Wellness.
© Getty Images
Am Sonntag werden die Uhren wieder zurück auf die Winterzeit gestellt. Für die meisten von uns bedeutet das eine Stunde mehr Schlaf. Doch für Menschen, die regelmäßig Medikamente einnehmen, stellt sich eine wichtige Frage: Darf die Tablette einfach später genommen werden oder kann die Zeitumstellung die Wirkung der Medikamente beeinflussen?
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Am Sonntag, den 25. Oktober 2026, ist es wieder so weit: Die Uhren werden in der Nacht von 3:00 Uhr auf 2:00 Uhr zurück auf die Winterzeit gestellt. Diese Umstellung kann unseren Körper ganz schön durcheinanderbringen und wirft auch bei der Medikamenteneinnahme Fragen auf. Kann die zusätzliche Stunde die Wirkung von Tabletten beeinflussen? Während bei vielen Präparaten Entwarnung gilt, kann es bei anderen auf jede Stunde ankommen. Wer jetzt besonders aufpassen sollte und was bei der Einnahme gilt:

Medikamente und Zeitumstellung: Das ist zu beachten

Person hält ein Glas Wasser in einer Hand und mehrere Nahrungsergänzungsmittel in der anderen.
Medikamente © Getty Images

Die gute Nachricht vorweg: Für unseren Körper ist eine Zeitverschiebung von nur einer Stunde wie ein Mini-Jetlag, den er in der Regel völlig mühelos wegsteckt. Nimmst du Dauermedikamente wie Blutdrucksenker, Schilddrüsenpräparate, Antidepressiva oder Magenschoner? Dann kannst du am Sonntag deine gewohnte Einnahmezeit auf der Uhr einfach beibehalten.

War es bisher 8:00 Uhr Sommerzeit, nimmst du deine Tablette am Sonntag einfach um 8:00 Uhr Winterzeit. Dass seit der letzten Einnahme nun ausnahmsweise 25 statt 24 Stunden vergangen sind, verzeiht dir dein Körper bei diesen Mitteln problemlos.

Sonderfall Antibiotika

Bakterien interessieren sich nicht für unsere Uhrzeiten, sie vermehren sich rasant. Nimmst du aufgrund eines Infekts gerade ein Antibiotikum, ist Präzision gefragt. Der Wirkstoffspiegel in deinem Blut darf nicht abfallen, sonst riskierst du, dass die Bakterien überleben. Deshalb gilt hier nicht die Uhrzeit, sondern der Abstand

  • 1 Tablette täglich = exakt 24 Stunden Abstand
  • 2 Tabletten täglich = exakt 12 Stunden Abstand
  • 3 Tabletten täglich = exakt 8 Stunden Abstand

Da uns die Winterzeit eine Stunde "schenkt", würdest du die Pause zwischen zwei Einnahmen um eine Stunde verlängern, wenn du am Sonntag auf die neue Uhrzeit schauen würdest. Experten raten deshalb dazu bei Antibiotika im Zweifel die Zeiträume zwischen den Einnahmen nicht zu verlängern, sondern lieber ein klein bisschen zu verkürzen.

Was passiert mit Pille, Insulin & Co.?

Roter Wecker liegt auf grüner Bettdecke zwischen Kopfkissen und Decke.
Zeitumstellung © Getty Images

Die Antibabypille: Moderne Kombipillen oder bestimmte Minipillen haben oft ein Nachhol-Fenster von 12 Stunden. Eine Verschiebung der Routine um exakt eine Stunde ist hier unproblematisch. Nur bei sehr alten Minipillen (mit einem strengen 3-Stunden-Fenster) solltest du aufpassen, bleibst aber mit der einen Stunde Differenz ebenfalls auf der sicheren Seite.

Insulin: Für Diabetiker gibt es ebenfalls Entwarnung. Insulin wird nicht primär nach der Uhr, sondern an die Mahlzeiten gekoppelt gespritzt. Da du auch in der Winterzeit ganz normal isst, sobald du Hunger hast, passt sich die Insulin-Gabe deinem Rhythmus ganz automatisch an.

Strenge Medikamente: Bei Präparaten mit "geringer therapeutischer Breite" – etwa Mittel gegen Parkinson, Epilepsie oder auch Kortison – haben schon kleine Schwankungen große Effekte im Körper. Dennoch betonen Apotheker: Auch hier ist die eine Stunde Verschiebung der Winterzeit kein Thema. Bleibe einfach deiner üblichen Uhrzeit treu.

Bei fast allen Medikamenten machst du alles richtig, wenn du einfach nach der umgestellten neuen Uhrzeit lebst. Lediglich bei Antibiotika ist Vorsicht geboten.

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