Insolvenz angemeldet
Jetzt schlittert sogar ein Weltmarktführer in die Pleite
Das Amtsgericht Wuppertal ordnete ein vorläufiges Insolvenzverfahren an. Nach Angaben von Insolvenzverwalter Joachim Exner läuft der operative Betrieb an allen Standorten regulär weiter. Die rund 700 Beschäftigten in Deutschland erhalten ihre Löhne bis einschließlich November über das Insolvenzgeld.
Die internationalen Tochtergesellschaften in Europa, Asien und Nordamerika sind von dem Verfahren nicht betroffen. Sie arbeiten laut Exner uneingeschränkt weiter.
Gründe für die Insolvenz
Vorstandschef Jérôme Debreu erklärte, der chinesische Eigentümer Lingyun habe keine weiteren Mittel bereitgestellt und finanzielle Verpflichtungen im dreistelligen Millionenbereich nicht erfüllt. Zudem seien Sanktionen ein Problem: Sie verwehrten dem Konzern Zugang zu wichtigen Märkten und Finanzierungen.
Folgen und Perspektiven
Kiekert gilt als Erfinder der modernen Zentralverriegelung und ist Weltmarktführer bei Kfz-Schließsystemen. Laut Exner stammt das Schließsystemdesign für jedes dritte Auto weltweit aus dem Hause Kiekert. Die Unternehmensgruppe beschäftigt derzeit 4.500 Mitarbeiter an elf Standorten.
Debreu kündigte an, Ziel sei nun der Ausstieg des chinesischen Gesellschafters. Nur so könne die 168-jährige Geschichte des Zulieferers fortgeschrieben werden.
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