Es ist eine traurige Bestandsaufnahme, die Journalistin und Autorin Ingrid Brodnig in der Einleitung ihres neuen Buches Feindbild Frau widergibt. Seitdem sie 2016 ihr Buch Hass im Netz, das als eine Art Grundlagentext zum Thema zu verstehen ist, veröffentlicht hat, soll die Situation, so Brodnig, „vielfach sogar schlimmer geworden sein“.
Wir alle müssen uns einbringen
Überlegungen. Was genau ist jetzt schlimmer? Die Varianten von Hass in Form von Gewalt oder auch als Kommentare im Netz, die beleidigend, herabwürdigend, bedrohlich oder sexualisiert sind. Darüber, so Brodnig, müssen wir reden und beim Reden alleine belässt sie es nicht, sondern teilt auch konkrete Überlegungen, wie wir gemeinsam die Situation verbessern können.
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Konkrete Analysen
Brodnig analysiert in diesem Text den konkreten Hass und dessen Auswüchse in gruselig-grausamen Nachrichten gegen die deutsche Politikerin Yvonne Magwas, gegen Ärztin Lisa-Maria Kellermayr oder gegen unsere Außenministerin Beate Meinl-Reisinger. Es wird dargelegt, auf welche (obszöne, misogyne, rassistische, sexuelle) Arten Frauen im Netz diskreditiert und heruntergemacht werden und was strafbar ist.
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Weg vom Victim Blaming hin zum Täter
Lösungen. Brodnig spürt aber auch der Frage nach, die oft wie eine Kritik klingt: „Warum verlassen Personen, die extrem angefeindet werden, nicht einfach jene App?“ Und schon sind wir, wie es auch oft bei häuslicher Gewalt der Fall ist, wieder näher am Victim Blaming als an der Verantwortung des Täters. „Selbstschutz allein kann nicht die Lösung sein“, so Brodnig.
Social-Verbot
Gewohnt informiert und sachlich erklärt Brodnig Mechanismen von Hass im Netz und wie dieser sich gegen Frauen wendet. Ein wichtiges Buch, das in unserer Zeit dringlich gelesen werden sollte. Die Lektüre veranschaulicht zudem, weshalb ein Social-Media-Verbot unter 16 Jahren Sinn macht. Sich diesem Wahnsinn auszusetzen reicht so spät wie möglich.
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