Auf 11. Juni

ORF-Knall: Generaldirektorenwahl wird vorverlegt

Stiftungsratssitzung im ORF
© APA/GEORG HOCHMUTH
Die ORF-Generaldirektorenwahl für die Funktionsperiode ab 2027 wird auf 11. Juni vorverlegt.
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Der ORF-Stiftungsrat zieht die Neuwahl des nächsten ORF-Generaldirektors - oder eben der nächsten Generaldirektorin - um zwei Monate vor: Die eigentlich für August geplante Wahl soll jetzt schon am 11. Juni stattfinden.

Kritiker der Regierung sehen darin den Versuch, einen ihr genehmen Kandidaten rasch durchzuziehen und durch den Weißmann-Skandal quasi durchzutauchen. Zudem solle Ingrid Thurnher als reguläre nächste ORF-Chefin ausgebremst werden. Denn wenn sich die Ex-ZiB2-Moderatorin zur Kandidatur entscheidet, wäre es schwer zu argumentieren, warum sie den Job nicht bekommen soll.

ORF-Chefin Ingrid Thurnher
© APA/HELMUT FOHRINGER

Mit dem neuen Termin haben die Stiftungsräte lediglich 11 Tage Zeit, Bewerberinnen und Bewerber auszuwählen und das Hearing zu organisieren: Eine Blitzwahl.

Philipp König
Philipp König. © Kronehit

Doch wer kommt für den Job in Frage? Die ÖVP - sie stellt die größte Fraktion im Stiftungsrat - will einen "Kandidaten von außerhalb des ORF", wie Generalsekretär Nico Marchetti nicht müde wird, zu betonen. Am Küniglberg wird gemunkelt, dass damit Kronehit-Chef Philipp König gemeint ist. Doch das wäre politisch ein Hammer, denn König hat seinerzeit in der Kommunikation von Ex-Kanzler Sebastian Kurz mitgearbeitet, da hätte die ÖVP Erklärungsbedarf.

Clemens Pig
Clemens Pig.  © APA/MAX SLOVENCIK

Deswegen wird auch Clemens Pig gehandelt. Der APA-Chef gilt als bürgerlich, aber nicht unbedingt ÖVP-nahe.

Genannt wird aber auch Alexander Hofer, Landesdirektor des ORF-Niederösterreich, definitiv ein ÖVP-Mann.

Markus Breitenecker
Markus Breitenecker.  © APA/TOBIAS STEINMAURER

Außenseiter-Chancen werden dem geschassten ProSiebenSat.1-COO Markus Breitenecker nachgesagt. Breitenecker soll sich hinter den Kulissen vor allem selber stark ins Spiel bringen. Gegen ihn spricht, dass er Wunschkandidat der NEOS ist - und bei ÖVP und SPÖ kritisch gesehen wird. Außerdem könnte ihm die ORF-Belegschaft vorhalten, dass er jahrelang gegen den ORF geschossen habe.

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