Ski alpin
Speed-Auftakt wird zur Zitterpartie
Nach der Absage im Vorjahr wegen Schneemangels wackelt die diesjährige Ausgabe, weil unaufhörlicher Schneefall droht. Am Donnerstag und Freitag mussten die Trainings auf der 3,8 Kilometer langen Gran Becca wegen starken Schneefalls abgesagt werden, auch für die folgenden Tage sind weitere Niederschläge und Wind vorhergesagt. Noch wird jedoch am Programm festgehalten und auf passende Wetterfenster gehofft. Eine neuerliche Absage beider Rennen am Samstag und Sonntag (jeweils 11.30 Uhr/live ORF 1) wäre für die Veranstalter und besonders für die FIS-Spitze, die das grenzübergreifende Speed-Opening unbedingt realisieren will, ein weiterer PR-Reinfall.
Pfeifer sieht "Fifty-Fity-Chance"
ÖSV-Herren-Cheftrainer Marko Pfeifer würde nicht grundsätzlich sagen, "dass es komplett sinnlos ist", hier zu fahren, beteuerte er am Donnerstag. "Aber man muss sicher, wenn man zu dem Zeitpunkt hergeht, damit rechnen, dass es eine Fifty-fifty-Chance ist. Du kannst einmal eine gute Woche erwischen. Aber ob du zwei Rennen und zwei Trainings runterfahren kannst ...", zeigte sich der Kärntner skeptisch. Die Rennen ins Frühjahr zu verlegen, sei auch andiskutiert worden. "Aber da geht es anscheinend wegen den Quartieren und gewissen anderen Umständen nicht."
Kritik von Greenpeace
Bei einer Totalabsage wären diese Bemühungen des OK-Teams umsonst gewesen, und noch mehr Wasser würde auf die Mühlen der Kritiker fließen. Viele sehen in dem Event ja ohnehin nur einen mit gigantischem Aufwand betriebenen Marketing-Gag auf Kosten der Gletscher. "In Zeiten der Klimakrise ist es absurd, mit schweren Geräten den Untergang der letzten Gletscher zu beschleunigen. Die FIS muss endlich diese Zerstörung stoppen und Gletscherschutz im Verband verankern", erneuert Greenpeace-Expertin Ursula Bittner den Standpunkt der Umwelt-Organisation, nachdem auf beiden Seiten der Grenze Verfahren wegen der Vorbereitungsarbeiten eröffnet worden sind.
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Mehr Preisgeld als in Kitzbühel
Apropos Grenze: Die schweizerisch-italienische Grenze auf der Strecke wird durch einen Torbogen markiert, an dem Zollbeamten beider Länder postiert sind. Auch in Sachen Preisgeld lässt man sich nicht lumpen: Der Sieger erhält 60.000 Schweizer Franken (62.506 Euro) sowie einen Gutschein für eine Matterhorn-Besteigung. Wenn ein Athlet beide Rennen gewinnen sollte, bekäme er zu den 120.000 noch 50.000 Franken Extraprämie drauf. Nur in Kitzbühel, wo man 100.000 Euro für den Sieg erhält, können die Alpin-Stars noch mehr Preisgeld lukrieren.
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