Angriff auf NATO
Briten-Premier schockt mit Putin-Prognose
Die Warnungen westlicher Militärs und Geheimdienste vor einer möglichen Konfrontation mit Russland werden immer deutlicher. Nun hat auch der britische Premierminister Keir Starmer vor einem möglichen Angriff Moskaus auf NATO-Gebiet innerhalb der kommenden vier Jahre gewarnt.
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Bei einem Besuch eines Drohnenherstellers im Südwesten Englands erklärte Starmer, nach Einschätzung britischer Geheimdienste sowie anderer NATO-Staaten könne Russland bereits bis zum Jahr 2030 in der Lage sein, einen Angriff auf das Bündnis zu starten. Die Aussage unterstreicht die wachsende Sorge vieler europäischer Regierungen über die langfristigen Absichten des Kremls.
Mit seiner Warnung steht Starmer nicht allein. Bereits seit Monaten äußern führende Vertreter der NATO und europäischer Streitkräfte ähnliche Befürchtungen. NATO-Generalsekretär Mark Rutte warnte Ende 2024, die Allianz sei "nicht bereit für das, was in vier bis fünf Jahren auf uns zukommt". Russland bereite sich auf eine langfristige Konfrontation mit dem Westen vor, weshalb die NATO ihre Verteidigungsausgaben und ihre Rüstungsproduktion deutlich erhöhen müsse.
"Gefährlichster Zeitraum"
Auch Deutschlands Generalinspekteur Carsten Breuer sieht eine zunehmende Bedrohung. Nach seiner Einschätzung deuten verschiedene Faktoren – darunter die russische Wiederaufrüstung, steigende Truppenstärken sowie wirtschaftliche und politische Entwicklungen – darauf hin, dass Russland spätestens 2029 über die Fähigkeiten für einen groß angelegten Angriff auf NATO-Gebiet verfügen könnte. Breuer schloss ausdrücklich nicht aus, dass ein solcher Zeitpunkt sogar früher erreicht werden könnte.
Der britische Generalstabschef Richard Knighton bezeichnete die aktuelle Lage als den "gefährlichsten Zeitraum" seiner gesamten 35-jährigen Militärlaufbahn. Russland sammle im Krieg gegen die Ukraine wertvolle Kampferfahrungen, entwickle neue Technologien und habe bereits gezeigt, dass es bereit sei, militärische Gewalt gegen souveräne Staaten einzusetzen. Deshalb müsse die Abschreckungsfähigkeit der NATO konsequent gestärkt werden.
Zehn-Jahres-Plan
Hintergrund der Warnungen ist die anhaltende russische Aufrüstung trotz hoher Verluste im Ukraine-Krieg. NATO-Generalsekretär Rutte verwies zuletzt darauf, dass Russland seine Rüstungsindustrie massiv ausgebaut habe und innerhalb weniger Jahre militärische Fähigkeiten entwickeln könne, die eine direkte Bedrohung für NATO-Staaten darstellen. Nach Angaben der Allianz produziert Russland inzwischen deutlich mehr Munition und Militärgüter als viele westliche Staaten zusammen.
Als Reaktion auf die veränderte Sicherheitslage kündigte Starmer einen umfassenden Zehn-Jahres-Plan zur Stärkung der britischen Streitkräfte an. Das Konzept soll kurz vor dem nächsten NATO-Gipfel vorgestellt werden und unter anderem Investitionen in moderne Waffensysteme, Drohnentechnologie und die Verteidigungsindustrie vorsehen. Ziel sei es, die Abschreckungsfähigkeit Großbritanniens und des Bündnisses insgesamt deutlich auszubauen.
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