Verbot kommt

Nach Exzessen: Kroatien führt neue Knallhart-Regeln ein

© Getty Images/iStockphoto
Kroatien reagiert auf die zunehmenden Probleme des Massentourismus und plant strengere Regeln für den Alkoholverkauf in beliebten Ferienregionen.
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Nach zahlreichen Beschwerden über nächtliche Exzesse, Ruhestörungen und alkoholbedingte Zwischenfälle erhalten Städte und Gemeinden künftig die Möglichkeit, den Verkauf von Alkohol in den Nachtstunden einzuschränken.

Grundlage dafür ist eine Änderung des kroatischen Handelsgesetzes, die Ende Mai vom Parlament in Zagreb einstimmig verabschiedet wurde. Künftig dürfen Kommunen selbst entscheiden, ob sie den Verkauf alkoholischer Getränke in Geschäften, Kiosken, Tankstellen oder Supermärkten zwischen 21 Uhr abends und 6 Uhr morgens verbieten oder einschränken. Bars, Restaurants und andere gastronomische Betriebe bleiben von den neuen Regeln ausgenommen. Ziel der Reform ist laut Regierung der Schutz der öffentlichen Ordnung, der Gesundheit, des kulturellen Erbes und der Umwelt.

Erste Vorreiter

Zu den ersten Regionen, die von der neuen Möglichkeit Gebrauch machen wollen, gehören die Küstenstädte Split und Zadar sowie die Partyinsel Hvar. Auch die kroatische Hauptstadt Zagreb prüft entsprechende Maßnahmen. Besonders in Split sorgt der zunehmende Partytourismus seit Jahren für Spannungen zwischen Einheimischen und Besuchern. Die Altstadt der dalmatinischen Metropole entwickelte sich in den vergangenen Jahren zu einem beliebten Ziel für junge Urlauber, die das Nachtleben an der Adriaküste genießen möchten.

Die Insel Hvar kämpft gegen Massentourismus © Getty Images

Der neue Bürgermeister von Split, Tomislav Šuta, hatte sich bereits vor Monaten für strengere Regeln ausgesprochen. Er kündigte an, den Verkauf von Alkohol im gesamten Stadtgebiet zwischen 21 Uhr und 6 Uhr morgens zu untersagen. Damit sollen Trunkenheit, Vandalismus und ordnungswidriges Verhalten eingedämmt werden. Gleichzeitig sollen Polizei und kommunale Behörden stärker gegen öffentliche Ruhestörungen vorgehen.

Auch Split plant ein Verbot © Getty Images/iStockphoto

Kampf gegen Massentourismus

Tourismusminister Tonči Glavina verteidigte die Reform als wichtigen Schritt für einen nachhaltigeren Tourismus. Die Küstenorte müssten die Möglichkeit erhalten, den Tourismus selbst zu steuern und die Lebensqualität der Einwohner zu schützen. "Die Menschen sollen in einer guten Symbiose mit dem Tourismus leben können und nicht das Gefühl haben, dass ihre Stadt nur noch für Besucher existiert", erklärte der Minister.

Die neuen Regelungen sind Teil einer breiteren Strategie gegen die negativen Folgen des Massentourismus. Neben dem Alkoholverkaufsverbot verschärft Kroatien auch den Jugendschutz. Nach den jüngsten Gesetzesänderungen müssen Händler künftig nicht nur den Verkauf von Alkohol an Minderjährige strenger kontrollieren, sondern in vielen Bereichen auch den Zugang zu Energydrinks für unter 18-Jährige einschränken.

Mit den Maßnahmen folgt Kroatien einem europaweiten Trend. Zahlreiche Städte kämpfen inzwischen gegen die Auswüchse des sogenannten Partytourismus. Während Prag organisierte Kneipentouren in den Nachtstunden eingeschränkt hat, setzen auch andere beliebte Urlaubsziele zunehmend auf strengere Regeln, um die Balance zwischen Tourismus und Lebensqualität der Bevölkerung zu wahren.

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