"Affäre Omar Artan"

EX-FIFA-Boss entsetzt über Schiri-Skandal

Sepp Blatter kritisiert die FIFA und Infantino stark.
© AFP
Der ehemalige FIFA-Präsident Sepp Blatter (90) kritisiert in der französischen Zeitung L'Épique die mangelnde Autorität seines Nachfolgers Gianni Infantino beim Umgang mit der "Affäre Omar Artan", dem von den USA ausgewiesenen somalischen Schiedsrichter.
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Trotz müder Stimme scherzt der heitere Blatter: "Ich habe zwar nicht mehr meine volle Beweglichkeit, aber die Reste meines Verstandes sind noch da." Er lebe gut und bezwinge auf dem Heimtrainer "den Tourmalet, wenn es sein muss". Die WM verfolge er vor dem Fernseher: "Ja, der Fußball ist mein Leben und ich kann ihn nicht aufgeben. Ich bin nicht immer glücklich über das, was passiert, aber ich habe nicht mehr die Macht, etwas zu ändern."

Heilige Prinzipien verletzt

Die Ausweisung Artans sei "unglaublich und unsinnig". Bei der WM-Vergabe gebe es zwei "heilige und grundlegende Prinzipien" für Gastgeber: Sicherheit und Einreisevisa für alle FIFA-Offiziellen. Blatter betont: "Und es gibt nichts Offizielleres als einen Schiedsrichter. Wenn ein Land einem Schiedsrichter die Einreise verweigert, ist das ein schwerwiegendes Problem, und man sollte die Weltmeisterschaft in einem solchen Land nicht austragen."

"Die Schuld liegt in erster Linie bei der FIFA", resümiert Blatter, da sie dieses Prinzip, das die USA nicht respektiert haben, aufgegeben habe. Man könne das Turnier nun zwar nicht abbrechen, "aber es ist absurd". An seinen Nachfolger gerichtet fordert er: "Der aktuelle Präsident sollte zeigen, dass er stärker ist als sein großer Freund im Weißen Haus, oder etwa nicht? Wenn man anfängt, sich von der Politik dominieren zu lassen, ist das schlecht. Und auch die anderen Verbände müssten protestieren..."

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