In einem Interview mit dem russischen Nachrichtenportal "360.ru" schilderte Kneissl ihre ersten Monate in ihrer neuen Heimat. Im Sommer 2023 sei sie mit einem gemieteten Auto, zwei Koffern und zwei Hunden in einem Dorf nahe der russischen Stadt Kasimow angekommen. Obwohl sie bereits an der Universität in Sankt Petersburg arbeitete, wollte sie aufs Land ziehen.
Eine Ziege, die ihr bei ihrer Ankunft begegnete, habe sie schließlich dazu bewegt, in dem Dorf zu bleiben. Der Start dort sei allerdings schwierig gewesen. "Als ich überlebt habe auf der Straße, als ich auf einer Matratze direkt auf der Straße geschlafen habe, habe ich das nur dank meinen Hunden durchgestanden", sagte die 61-Jährige.
Auch im Libanon waren ihre Hunde an ihrer Seite
Auch interessant
Ihre Tiere hätten ihr auch in anderen schwierigen Situationen geholfen. Im Libanon habe sie zeitweise ohne Strom gelebt, während Bomben eingeschlagen seien. Auch dort seien ihre Hunde bei ihr gewesen. In Sankt Petersburg habe Kneissl zudem drei Monate im Rollstuhl verbracht.
Seit 2024 lebt die frühere Politikerin in einem Haus in der russischen Oblast Rjasan. Dort hält sie neben Hunden auch Hühner, Ponys und einen Pfau namens "Salvatore Ferragamo". Ein Foto von Kreml-Chef Wladimir Putin schmückt ihr neues Zuhause.
Von Wien nach Russland
Kneissl war von 2017 bis 2019 österreichische Außenministerin und wurde von der FPÖ für das Amt nominiert. International sorgte sie 2018 für Aufsehen, als sie Putin zu ihrer Hochzeit in der Steiermark einlud und sich vor ihm verbeugte.
Im September 2020 hatte sie Österreich nach eigenen Angaben wegen anhaltender Morddrohungen und eines faktischen Arbeitsverbots verlassen. Ihr Weg führte zunächst nach Frankreich, später in den Libanon und schließlich nach Russland. Heute leitet sie dort den Thinktank "Gorki-Zentrum". Kritiker werfen ihr vor, russische Propaganda zu unterstützen.
Zuletzt hatte Kneissl auch mit Aussagen über ihre österreichische Staatsbürgerschaft für Schlagzeilen gesorgt. In einem Interview mit der russischen Nachrichtenagentur "RIA Nowosti" erklärte sie, sie werde sich einem möglichen Entzug nicht widersetzen: "Dann soll es so sein."
OE24 TV Live-Stream
OE24 TV Live-Stream
Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden