AHS-Oberstufe

Lehrer: Neue Lehrpläne "nicht mehr seriös umsetzbar"

Lehrer schreibt Mathematik an die Tafel, Schüler sitzen im Klassenzimmer und schauen zu.
© Apa
Ab kommendem Herbst gelten in der AHS-Oberstufe neue Lehrpläne.
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"Demokratie und Medien" kommt dazu, der Unterricht zu KI wird über das Fach Informatik ausgebaut. Die Vorbereitung durch das Bildungsministerium läuft für AHS-Lehrergewerkschafter Georg Stockinger (FCG) jedoch "hochgradig unprofessionell". Durch die kurzfristige Einführung der neuen Fächer habe Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS) "den Betrieb lahmgelegt", die Umstellung sei "nicht mehr seriös umsetzbar".

Spätestens bis Februar müssen die einzelnen Standorte entscheiden, ob sie "Demokratie und Medien" als eigenes Fach anbieten oder die Inhalte integrativ in anderen Fächern wie Geschichte verankern wollen. "Wir haben aber immer noch keinen Lehrplan am Tisch", kritisierte der Lehrervertreter im APA-Gespräch. Es gebe Standorte, wo Lehrer-, Schüler- und Elternvertretung im Schulgemeinschaftsausschuss schon "auf Verdacht" über die Umsetzung des neuen Fachs abgestimmt hätten. "Aber seriös geht das schon deshalb nicht, weil ich dazu ja wissen müsste, was im Lehrplan der neuen Fächer drinsteht." Derzeit gebe es aber nur den Verordnungsentwurf vom August.

Auch die Lehrerfortbildungen an den Pädagogischen Hochschulen (PH) liefen seit Anfang des Monats, obwohl noch keine Verordnung zu den tatsächlichen Inhalten des Fachs da ist, so Stockinger. Dasselbe Thema gebe es bei der Approbation der Lehrwerke, die dann per Schulbuchaktion kostenlos bezogen werden können. Betroffen sind vorerst die ersten Klassen der Oberstufe, über die kommenden Jahre werden die neuen Lehrpläne dann aufsteigend auch in den höheren Klassen eingeführt.

Umstellung als Problem in allen Fächern

Das Problem gehe aber weit über "Demokratie und Medien" bzw. den Informatikunterricht, der um eine Stunde und das Thema KI erweitert wird, hinaus, betonte Stockinger. Die Umstellung bedeute einen Paradigmenwechsel in allen Fächern, weil die neuen Lehrpläne viel detailreicher seien als die bisherigen Rahmenlehrpläne. Die Formulierungen im Entwurf seien "wirklich anspruchsvoll und nicht selbsterklärend", PH-Schulungen zur Umstellung gebe es aber erst im Sommersemester.

In den neuen Lehrplänen, die für alle Fächer über mehrere Jahre hinweg entwickelt wurden, liegt der Fokus noch einmal stärker auf einer konkreten Anwendung von Wissen und die 13 lehrplanübergreifenden Themen (u.a. Gesundheitsförderung, Umweltbildung) wurden zusätzlich direkt in den einzelnen Lehrplänen verankert. "Beim Großteil der Schulen ist aber noch gar nicht angekommen, dass sie ab nächstem Jahr völlig anders unterrichten sollen", warnte Stockinger. "Das wurde völlig überdeckt von dieser Diskussion über Medien, Demokratie und KI."

Die Verunsicherung an den Schulen sei wegen der neuen Lehrpläne groß, zuletzt sei auch noch Verärgerung über das Ministerium hinzugekommen wegen der Ankündigung, bei der Bildung von Schulclustern das Vetorecht der Personalvertretung zu streichen. Ein Cluster, bei dem mehrere Schulen sich Schulleitung und bei Bedarf Lehrerteam und Infrastruktur teilen, bedeute eine "massive organisatorische Umorientierung" und gehe tief ins Besoldungs- und Dienstrecht, zeigte sich Stockinger empört. "Es kann nicht sein, dass man uns lehrplanmäßig ohne Rücksicht auf Verluste in Zeitnot hineinmanövriert, weil man unbedingt den Lehrplan für Demokratie einbauen möchte, und dann dreht man in der Schule demokratische Mitbestimmungsrechte ab, weil man der Meinung ist: Die entscheiden nicht so, wie ich das will."

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