Minus 26 Punkte

Vertrauensindex: Wirtschaftskammer stürzt total ab

Außenansicht des Gebäudes der Wirtschaftskammer Wien mit Schildern und Glasfassade.
© APA/ZOE-SOPHIE ZIMMERMANN
Aber auch Bundesheer, ÖGK, AK und ÖGB verloren an Vertrauen
OE24 auf Google bevorzugen

Das Vertrauen in die Institutionen der Republik bleibt, gemessen an jenem der politischen Akteure, vergleichsweise hoch. Dennoch gibt es auch hier Ausreißer nach unten. Besonders massiv ist der Vertrauensverlust bei der Wirtschaftskammer (WKÖ), wie der aktuelle APA-OGM-Vertrauensindex zeigt. Zu den Gewinnern zählt einmal mehr die Polizei, die seit Oktober 2025 von einem hohen Niveau aus noch weiter gestiegen ist.

Für die drastischen Verluste (minus 26 Punkte beim Saldo aus Vertrauen und Nicht-Vertrauen) der WKÖ macht OGM-Experte Johannes Klotz die "äußerst schlechte Presse zur starken Erhöhung von Gehältern und Funktionärsbezügen mitten in der Wirtschaftskrise, den widerwilligen Rücktritt von Ex-WKÖ-Präsident Harald Mahrer, kritische Rechnungshofberichte und die Affären um den zurückgetretenen Wiener Landespräsidenten Walter Ruck" verantwortlich. In Folge der Krise der Wirtschaftskammer seien aber auch die anderen Kammern, Sozialpartner und Interessensvertretungen im öffentlichen Meinungsbild unter Druck geraten, "wenn auch weit weniger stark", so Klotz. So verlor etwa die Arbeiterkammer gegenüber 2025 acht Punkte. Mit einem Saldo von plus 48 ist sie damit aber noch im Spitzenfeld. Ein Minus beim Vertrauen gab es aber auch beim ÖGB (minus sieben), der Industriellenvereinigung (minus sechs) und der Landwirtschaftskammer (minus fünf).

Balkendiagramm zum Vertrauen in österreichische Institutionen im Oktober 2026, Polizei an der Spitze.
Vertrauen in österreichische Institutionen laut APA-OGM-Vertrauensindex vom Oktober 2026. Quelle: OGM Die Auslieferung der APA-Grafiken als Embed-Code ist ausschließlich Kunden mit einer gültigen Vereinbarung für Grafik-Pauschalierung vorbehalten. Dabei inkludiert sind automatisierte Schrift- und Farbanpassungen an die jeweilige CI. Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an unser Grafik-Team unter grafik@apa.at. GRAFIK 1274-26 © APA

Einbußen hinnehmen musste aber auch das Bundesheer mit neun Punkten, das aber immer noch mit einem Saldo von 51 auf dem dritten Platz lag. Besser eingestuft wurden von der Bevölkerung nur Polizei (Saldo 76) und Volksanwaltschaft (60). Bemerkenswert ist laut Klotz, dass die Polizei ihren ohnedies hohen Vertrauenssaldo gegenüber dem Vorjahr noch einmal um sieben Punkte steigern habe können. Stabil im Spitzenfeld liegen zudem seit Jahren unter anderem die Universitäten (43), der Rechnungshof (Saldo 42) und der Verfassungsgerichtshof (39). Ein Minus im Vergleich zum Vorjahr setzt es auch für ÖGK (minus acht) und Ärztekammer (minus sechs).

Nationalbank und Landesregierung zählen zu Gewinnern

Zu den Aufsteigern im Jahresvergleich zählen die Nationalbank, die Landesregierungen (beide plus sechs), die Statistik Austria und die Schulen (beide plus fünf Punkte). Den Landesregierungen scheint es laut Klotz zu gelingen, sich zunehmend mit Reformideen in Folge eines wahrgenommenen Stillstands in der Bundespolitik zu positionieren.

Ganz anders als die Bundesregierung, die sich mit einem Saldo von minus 22 auf dem drittletzten Platz reiht. Weiter unten in der Vertrauenspyramide stehen lediglich die katholische Kirche (Saldo minus 30) und die sozialen Medien (Saldo minus 70). In der Vertrauenskrise befinden sich aber auch die Medien mit einem Saldo von minus 13 und die Europäische Union (minus fünf).

Für den Vertrauensindex Institutionen wurden laut OGM 1.047 repräsentativ ausgewählte österreichische Wahlberechtigte im Oktober 2026 befragt. Die maximale Schwankungsbreite liegt bei 3 Prozent. Die Fragestellung lautet seit Beginn des Vertrauensindex "Vertrauen Sie ... oder vertrauen Sie ... nicht oder kennen Sie ... nicht?". Der Vertrauenssaldo errechnet sich als Differenz der Prozentwerte "vertraue" minus "vertraue nicht".

Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden