Erstmals vergeben
Mutige Linzer mit Zivilcourage-Preis geehrt
Linz. Die Stadt Linz hat erstmals den Zivilcourage-Preis verliehen. Unter dem Motto "Herz und Haltung" wurden Menschen ausgezeichnet, die durch mutiges Handeln oder besonderes gesellschaftliches Engagement Verantwortung für andere übernommen haben. Die feierliche Preisverleihung fand im Alten Rathaus statt. Bürgermeister Dietmar Prammer und Sicherheitsstadtrat Michael Raml überreichten die Auszeichnungen im Beisein von Stadträtin Eva Schobesberger und Mitgliedern des Gemeinderats.
Die Preisträger wurden zuvor von der Linzer Bevölkerung im Rahmen einer Online-Abstimmung ausgewählt. Die Organisation der Einreichungen erfolgte in Zusammenarbeit mit MeinBezirk.
Erster Platz für Engagement gegen Vorurteile
Den ersten Platz sicherte sich Selina Junger mit ihrem gemeinnützigen Verein unSICHTBAR. Die Initiative setzt sich für Menschen mit unsichtbaren Beeinträchtigungen und Behinderungen ein. Ziel ihrer Arbeit ist es, auf Herausforderungen aufmerksam zu machen, die im Alltag häufig übersehen werden. Gleichzeitig möchte der Verein das gesellschaftliche Verständnis fördern und Vorurteile abbauen.
Bürgermeister Dietmar Prammer würdigte dieses Engagement als wichtigen Beitrag für ein respektvolles Zusammenleben. Zivilcourage bedeute nicht nur, in gefährlichen Situationen einzugreifen, sondern auch Verantwortung zu übernehmen und sich für andere einzusetzen.
Lebensgefährlicher Einsatz ausgezeichnet
Den zweiten Platz erhielten Mahdi Peiwandi und posthum Mahmoud Amiri. Beide hatten am 14. März 2026 auf der Linzer Landstraße eingegriffen, um einem Menschen in einer gefährlichen Situation zu helfen. Ihr mutiger Einsatz hatte schwerwiegende Folgen. Mahmoud Amiri verlor dabei sein Leben, Mahdi Peiwandi erlitt schwere Verletzungen.
Bewaffneten Angreifer gestellt
Der dritte Platz ging an Bernhard Moser-Grünauer. Er hatte sich am 30. Dezember 2025 im Linzer Stadtteil Bindermichl einem bewaffneten Angreifer entgegengestellt, der zwei ältere Frauen attackierte. Durch sein Eingreifen konnte er weitere Angriffe verhindern.
Sicherheitsstadtrat Michael Raml betonte bei der Preisverleihung die Bedeutung von Zivilcourage im Alltag. Besonders in Gefahrensituationen könne verantwortungsvolles Handeln entscheidend sein. Dabei müsse Hilfe nicht immer bedeuten, selbst unmittelbar einzugreifen. Auch ein rechtzeitig abgesetzter Notruf könne Menschen schützen. Raml dankte den Ausgezeichneten für ihren Mut und erinnerte zugleich an die unverzichtbare Arbeit der Polizei und anderer Einsatzkräfte.
Mit dem erstmals vergebenen Zivilcourage-Preis möchte die Stadt Linz Menschen sichtbar machen, die nicht wegsehen, sondern sich für andere einsetzen. Die Auszeichnung soll zugleich die Bedeutung von Hilfsbereitschaft, Verantwortung und gesellschaftlichem Zusammenhalt hervorheben.
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