Vatikan

Papst: "Niemand darf sich von Flüchtlingen abwenden"

© APA/AFP/TIZIANA FABI
Leo XIV. ruft beim Angelusgebet zur Aufnahme von Verfolgten auf
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Papst Leo XIV. hat zu mehr Solidarität mit Flüchtlingen und Verfolgten aufgerufen. "Niemand darf sich abwenden von denen, die Schutz und Sicherheit suchen", sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche am Sonntag beim Angelusgebet auf dem Petersplatz.

Zugleich appellierte der Papst an Staaten und Gesellschaften, Menschen aufzunehmen, die Opfer von Verfolgung geworden seien. Diese müssten die Möglichkeit erhalten, "in Frieden und Würde zu leben und mit Hoffnung in die Zukunft zu blicken", sagte er.

Papst beklagt Verfolgung von Christen

Leo XIV. erinnerte daran, dass am Vortag der Weltflüchtlingstag begangen worden war. Dieser fiel in diesem Jahr mit dem 75. Jahrestag der Genfer Flüchtlingskonvention zusammen. Die Konvention sei geschaffen worden, um Menschen zu schützen, die verfolgt werden und gezwungen seien, ihre Heimat, ihr Zuhause und ihre Familien zu verlassen, betonte der Papst. Er äußerte die Hoffnung, dass dieser Geist weiterhin "das Gewissen der Verantwortlichen in den Nationen erleuchten" möge.

In seiner Ansprache ging das Kirchenoberhaupt auch auf die Situation von Christen weltweit ein. Gläubige seien auch heute noch mit "Feindseligkeit und Verfolgung" konfrontiert, ähnlich wie in den ersten Jahrhunderten des Christentums. Die Versuchung, sich entmutigen zu lassen oder von Müdigkeit und Angst überwältigt zu werden, bleibe groß.

"Auf Hass mit Liebe" antworten

Es sei heute wie damals anspruchsvoll, den Lehren Jesu treu zu bleiben und dessen Botschaft zu verkünden, sagte der Papst. Christen seien aufgerufen, "auf Hass mit Liebe, auf Härte mit Sanftmut und auf Entmutigung mit Beharrlichkeit" zu antworten. Dafür sei eine enge Beziehung zu Christus notwendig. Diese gebe laut Leo XIV. die Kraft, nicht aufzugeben und die Botschaft von Hoffnung, Liebe und Frieden weiterzutragen, welche die Welt "dringend" benötige.

Am 4. Juli reist Leo XIV. auf die süditalienische Mittelmeerinsel Lampedusa. Sie ist für Migranten aus Nordafrika der nächstgelegene Punkt in Europa. Bereits vergangene Woche auf den Kanaren hatte der Papst eindringlich an die vielen Menschen erinnert, die auf dem Weg nach Europa im Meer ertrinken.

mit/pmh Papst Metadaten

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