Flutwelle in Nepal

Schuldirektor rettet 900 Kinder vor Horror-Flut

Teilweise eingestürzte Gebäude sind nach Erdrutschen von Schlamm und Trümmern in Nepal bedeckt.
© Getty Images
Ein geistesgegenwärtiger Schulleiter in Nepal hat mit einer sofortigen Evakuierung wohl rund 900 Schülerinnen und Schülern das Leben gerettet.
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Zudem konnte er Schulbusse mit Hunderten weiteren Kindern auf dem Weg zur Schule rechtzeitig umdirigieren. "Ich erfuhr durch Anrufe von der Flutwelle - etwa 15 Minuten, bevor sie unsere Schule tatsächlich erreichte", erzählte Rajenda Dawadi, Leiter der Sekundarschule in dem Ort Trishuli Baraar, der Deutschen Presse-Agentur.

Zunächst hatten die BBC und die britische Zeitung "Daily Mail" von der Rettung berichtet. "Ich sagte mir: Wenn es keine Flut gibt, verlieren wir einen Schultag. Aber wenn es eine Flut gibt, verlieren wir alle unser Leben", erzählte Dawadi. Die 900 Kinder in der Schule flüchteten demnach zu Fuß und einige mit einem Bus. Kurzzeitig sei Panik in der Schule ausgebrochen. Eine in Ohnmacht gefallene Schülerin wurde mit einem Moped in Sicherheit gebracht. "Hätten wir die Entscheidung zur Flucht zehn Minuten später getroffen, könnten wir alle - einschließlich der Schüler und mir - heute nicht mehr mit Ihnen sprechen", zitierte die BBC den Schulleiter.

Sekunden entscheiden über Leben und Tod

Eine der geretteten Schülerinnen, die 16-jährige Yunisha, erzählte dem Sender, sie hätten sich nur Sekunden vor dem Hereinbrechen der Flutwelle in Sicherheit bringen können. Mit anderen sei sie einen schlammigen Weg hinter der Schule bergauf gerannt, als der Ort hinter ihr schon durch die Wasser- und Geröllmassen zerstört worden sei. Vom Schulgebäude blieb fast nichts übrig. Ein Lehrer und der Hausmeister, der noch schnell die Türen schließen wollte, kamen ums Leben.

Soldaten mit Schwimmwesten suchen in einem Schlauchboot auf überfluteter Wiese nach Vermissten.
Army personnel conduct a search and rescue operation for flood victims along the Narayani river at Bharatpur in Nepal's Chitwan district on August 30, 2026. The number of people missing in the catastrophic flood that sliced through the border area between Nepal and China exceeded 3,000 on August 30 with 781 confirmed deaths, as rescuers searched for survivors. (Photo by Prakash MATHEMA / AFP) © APA/AFP/PRAKASH MATHEMA

Nach der Flutwelle am Mittwoch sind bisher rund 800 Tote in Nepal und Tibet geborgen worden. Mehr als 3.000 Menschen, darunter auch Hunderte Ausländer, werden vermisst. Ganze Orte wurden zerstört, die Schäden gehen in die Milliarden.

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