"Geosexuell"

Warum wir im Urlaub plötzlich flirtfreudig werden

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Sommer, Sonne, Urlaubsstimmung – und plötzlich ist da dieses Kribbeln. Warum wir auf Reisen oft offener für Flirts und sexuelle Abenteuer sind, hat offenbar mehrere Gründe.
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Im Alltag würde man vielleicht zweimal überlegen, ob man einen Fremden anspricht oder sich auf ein spontanes Abenteuer einlässt. Im Urlaub sieht das bei vielen plötzlich ganz anders aus.

Eine Umfrage einer Partnervermittlung aus dem Jahr 2023 zeigt, wie verbreitet dieses Phänomen ist: 35 Prozent der befragten Singles sagten, dass ihnen Flirten im Urlaub leichter falle. Rund ein Drittel konnte sich sogar eine lockere sexuelle Affäre vorstellen – ohne zu erwarten, dass daraus später eine Beziehung entsteht.

Doch warum fällt es uns auf Reisen offenbar leichter, über unseren Schatten zu springen?

Plötzlich ein anderer Mensch?

In der Forschung gibt es tatsächlich ein Gebiet, das sich mit dem Zusammenhang zwischen Sexualität und geografischen Orten beschäftigt. Dabei wurden sogenannte "geosexuelle Archetypen" beschrieben.

So gibt es etwa Menschen, die sexuelle Begegnungen hauptsächlich zu Hause haben, während andere dafür bewusst reisen. Wieder andere sind bei der Wahl des Ortes besonders flexibel.

Im Urlaub ist plötzlich alles möglich

Ein wichtiger Faktor dürfte die Anonymität sein. Wer hunderte oder tausende Kilometer von zu Hause entfernt ist, kennt dort meist niemanden. Freunde, Kollegen oder Nachbarn bekommen nicht mit, mit wem man flirtet oder wen man mit aufs Hotelzimmer nimmt.

Dadurch fällt bei manchen offenbar eine Hemmschwelle.

Gleichzeitig kann sich eine Reise wie ein kleiner Neustart anfühlen. Neue Umgebung, neue Menschen, andere Sprache, andere Gerüche und Eindrücke – und plötzlich traut man sich Dinge, die im Alltag vielleicht nicht infrage kommen würden.

Auch der Ort kann Lust machen

Manche Städte und Länder haben zudem ihr ganz eigenes romantisches Image. Paris gilt als Stadt der Liebe, Venedig lockt mit Gondeln und romantischer Atmosphäre.

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Auch Sängerin Kesha sprach bereits über diesen Zusammenhang. Im Podcast "Call Her Daddy" erzählte sie, im Alltag weitgehend "keusch" zu leben – mit einer Ausnahme: "außer in Italien", wie sie sagte.

Der Urlaubsflirt hat ein Ablaufdatum

Ein weiterer Grund könnte sein, dass ein Urlaub von Anfang an zeitlich begrenzt ist. Man weiß: Irgendwann geht es wieder nach Hause.

Das kann einerseits enttäuschend sein, wenn aus einem Flirt tatsächlich mehr geworden ist. Andererseits nimmt genau diese zeitliche Begrenzung auch Druck heraus.

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Keine gemeinsame Zukunft planen, keine Erwartungen erfüllen, keine komplizierten Alltagsthemen – einfach den Moment genießen.

Vielleicht ist es genau diese Mischung aus Anonymität, Freiheit und Urlaubsstimmung, die aus zurückhaltenden Reisenden plötzlich echte Flirtprofis macht.

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