Rich-Kids-Prozess
Schlechte Noten - Millionärssohn fackelte Mercedes ab
Wien. Angelastet wurde dem Spross einer betuchten Wiener Wissenschafter- und Unternehmerfamilie, dass er gemeinsam mit dem gleichaltrigen, von Top-Anwältin Astrid Wagner vertretenen Zweitangeklagten und einem noch nicht strafmündigen Komplizen einen Widersacher (15) auf den Schafberg gelockt, verprügelt, bedroht und beraubt haben soll. Beute: die Airpods des Burschen und seine Jacke. Motiv: Es ging wohl um ein Mädchen.
Ebenfalls am Schafberg zündeten sie auf einem Parkplatz einen Mercedes 211 CDI-Kastenwagen an. Danach schlugen sie bei einem Fiat 500, einem Audi A6, einem Volvo und einem weiteren Mercedes die Windschutzscheiben ein oder traten karatemäßig die Rückspiegel ab. Haupttäter, der sich als solcher auch vor Gericht outete: der Millionärssohn. Motiv: Frust, schlechte Noten, in falsche Kreise geraten.
Vor Gericht geben sich die beiden Rich Kids geläutert. Der im piekfeinen Anzug im Gerichtssaal vor den Fotografen dann doch gelangweilt herumlungernde Unternehmerspross kann überdies auf psychologische und sozialpädagogische Betreuung (im Rahmen eines einjährigen Auslandsaufenthaltes) verweisen. Dann übergab der Anwalt des Burschen der Opfervertreterin noch im Gerichtssaal 4.800 Euro Schmerzensgeld.
Die Urteile: drei Monate bedingt für den Erstangeklagten und sechs Monate bedingt für den Zweitangeklagten und Mandanten von Astrid Wagner, dem vor allem der Raub angelastet wird.
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