Bis zu 3.800 Euro

Steuer-Reform: Wer jetzt am meisten entlastet wird

Steuer-Reform: Wer jetzt am meisten entlastet wird
© APA/dpa/Michael Kappeler
ÖSTERREICH berechnete, wie viel Familien wirklich bei Steuerreform übrig bleibt. Der Spitzensatz liegt bei 3.800 Euro: Für einen Alleinverdiener aus dem Waldviertel mit vier Kindern
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Wien. Es ist ein Konvolut aus Zahlen und Rechnungen. Die Steuerreform (Gesamtvolumen 18 Milliarden Euro) – laut Regierung das größte Entlastungspaket der Geschichte – hat finanzielle Auswirkungen auf uns alle. Auf der einen Seite soll allen mehr vom Lohn bleiben – wichtig vor allem in der Coronakrise –, auf der anderen Seite sollen umweltbelastende Aktionen teurer gemacht werden.

ÖSTERREICH hat mit Experten einen ersten Check der Reform gemacht.

Volle Entlastung kommt aber erst ab Juli 2023

  • In der Tabelle klar zu sehen: Bis zu 2.530 Euro pro Jahr können einer Familie mit zwei Kindern mehr auf dem Konto bleiben (Details siehe Kasten rechts).
  • Wichtig: Die Entlastung, wie sie hier dargestellt wird, wirkt erst voll ab Juli 2023. Dann wird auch die 3. Einkommensstufe von 42 auf 40 % gesenkt. Ab Juli 2022 hingegen wird bereits die 2. Stufe von 35 auf 30 % gesenkt.
  • Die Lohnsteuersenkung alleine bringt bis 1.230 Euro mehr pro Jahr. Sogar bei 500 Euro Einkommen im Monat bleiben 119 € zusätzlich über.
  • Der Klimabonus ist für alle Haushalte in einer Region gleich. Dieses Beispiel gilt für Wien bei nur einem Erwerbstätigen in der Familie.
  • Große Unterschiede werden jedoch beim Familienbonus sichtbar. Jedes Kind bringt eine ­Steuerentlastung von bis zu 2.000 Euro (bisher 1.500 Euro). Die volle Höhe greift aber erst ab etwa 3.000 Euro Bruttoeinkommen pro Monat. Anna Pixer vom ­Institut Momentum: „Da kommt bei kleineren und mittleren Einkommen so gut wie nichts an. Die Erhöhung der Familienbeihilfe wäre besser gewesen.“
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Heizen kostet bis zu 290 € mehr

Betroffen von der Öko-Steuer ist auch das Heizen. Die Energieagentur berechnete für ÖSTERREICH für Gasheizungen einen Anstieg von 0,6 Cent pro Kilowattstunde (kWh). Der durchschnittliche Verbrauch liegt bei jährlich 15.000 kWh, das ergibt ab 1. Juli 2022 Mehrkosten von 90 Euro (siehe Tabelle).

Das entspricht den Mehrkosten von drei Tonnen CO2. Besitzer unsanierter Wohnungen müssen im Schnitt noch mehr bezahlen: plus 220 Euro.
Teure Ölheizungen. Das Heizen mit Öl steigt laut Energieagentur im Preis noch stärker. Für unsanierte Wohnungen im Schnitt um 85 Euro, unsaniert gleich um 290 Euro pro Jahr.

So teuer wird Autofahren

Im ersten Jahr kostet jede Tonne CO2-Ausstoß 30 Euro zusätzlich. Der ÖAMTC hat für ÖSTERREICH die Auswirkungen für die beliebtesten Automodelle errechnet. Ein Kleinwagen-Besitzer (Fiat 500, Benziner) wird 2022 pro Liter Sprit 7,7 Cent mehr bezahlen. Auf das Halbjahr gerechnet eine Mehrbelastung von 16 Euro. Ein VW Tiguan Kompakt-SUV (Diesel) kostet 36 Euro mehr.

Die Öko-Steuer wird jährlich steigen. Im Jahr 2025 wird die Tonne CO2 schon um 55 Euro teurer. Der Fahrer des Tiguan zahlt dann schon 130 Euro mehr.

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