Haft für Hochwürden
Zölibat Schuld an Absturz
Der 33-jährige Seweryn K. soll durch Manipulation der Buchhaltung der drei Pfarren 64.000 Euro in die eigene Tasche umgeleitet haben. Mit dem Geld kaufte er sich eine Wohnung, Autos und technische Geräte, hatte heimlich eine Freundin und war gern auf Reisen.
Aufgeflogen war das Doppelleben, nachdem der Geistliche im Vorjahr plötzlich sein Amt niederlegte und nach Polen zurückkehrte. Dort lebt er jetzt wieder bei seiner Mutter.
Zölibat als Grund
Schuld an seinem Ruin – es gilt die Unschuldsvermutung – soll der Zölibat sein, mit dem Hochwürden nicht zurecht kam. Laut einem Gutachten entwickelten sich daraus gravierende Spannungen, weshalb Seweryn K. kaufsüchtig und alkoholkrank wurde.
Nur auf Wunsch der Familie hatte er nach dem Suizid seines Vater die Priesterlaufbahn eingeschlagen: „Die Kirche hat der Mutti damals sehr geholfen.“
Reuiger Sünder
Vor Gericht gab der Pole sich extrem reuig und versprach, den Schaden bis auf den letzten Cent zurückzuzahlen. Das (nicht rechtskräftige) Urteil: 18 Monate bedingt, drei davon soll der Ex-Pfarrer hinter Gitter. Seweryn K. bat um Strafaufschub.
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