Vor Teneriffa

Forscher baff: Seltener Tiefsee-Fisch erstmals an Oberfläche gesichtet

Forscher baff: Seltener Tiefsee-Fisch erstmals an Oberfläche gesichtet
© Screenshot/TikTok/jara.natura
Wissenschaftler staunten nicht schlecht, als sie vor der Küste Teneriffas (Spanien) ein außergewöhnliches Meereswesen entdeckten.
OE24 auf Google bevorzugen

Ein Tiefsee-Anglerfisch, der normalerweise in hunderten bis tausenden Metern Tiefe lebt, wurde an der Oberfläche beobachtet – eine Sichtung, die es in dieser Form vermutlich noch nie gab.

Seltene Entdeckung vor Teneriffa

Eine Gruppe von Forschern, die für die Meeresschutzorganisation Condrik an einer Hai-Forschungskampagne arbeitete, erlebte vergangene Woche eine Überraschung. In unmittelbarer Nähe zur Wasseroberfläche entdeckten sie einen Melanocetus johnsonii, besser bekannt als abyssaler Buckel-Anglerfisch.

Normalerweise ist diese Art in Tiefen zwischen 200 und 2.000 Metern anzutreffen. Bislang gab es nur Aufnahmen durch Tiefseeroboter, tote Exemplare oder Larven.

Ungewöhnliches Verhalten gibt Rätsel auf

Nur zwei Kilometer von der Küste entfernt war es der Unterwasserfotograf David Jara Boguñá, der das fremdartig wirkende Tier zuerst erspähte. Warum sich der Fisch an die Oberfläche verirrt hatte, bleibt unklar. Einige Wissenschaftler vermuten, dass das El-Niño-Wetterphänomen eine Rolle spielen könnte. Dabei handelt es sich um eine natürliche Klimaschwankung, die unter anderem das Aufsteigen von kaltem Tiefenwasser vor der Küste Nordamerikas beeinflusst. Dies könnte Auswirkungen auf das Verhalten von Tiefseearten haben.

Forschungsmission mit unerwartetem Fund

Die Meeresbiologin Laia Valor, die an der Expedition beteiligt war, berichtete gegenüber der Nachrichtenagentur EFE: „Wir waren auf dem Rückweg zum Hafen, als ich etwas Schwarzes im Wasser sah. Es war weder Plastik noch Treibgut. Es wirkte ungewohnt. Wir verbrachten einige Stunden mit dem Tier, doch es war bereits in schlechter Verfassung und starb nach wenigen Stunden.“

Valor betonte weiter: „Es gibt unzählige mögliche Erklärungen, warum es sich an der Oberfläche befand. Wir wissen es einfach nicht. Solch eine Sichtung ist extrem selten. Sollte es öfter vorkommen, hätten wir vermutlich schon mehr Nachweise davon.“

Weitere Untersuchungen im Museum

Nach dem Tod des Fisches wurde das Exemplar in das Museum für Natur und Archäologie (MUNA) in Santa Cruz de Tenerife gebracht. Dort untersuchen Wissenschaftler nun seinen Körper, um mehr über diese wenig erforschte Art zu erfahren.

Jäger der Tiefsee

Obwohl der abyssale Buckel-Anglerfisch mit seinem großen Maul und den scharfen Zähnen furchteinflößend wirkt, verlässt er sich hauptsächlich auf seinen leuchtenden Köder. Dieser befindet sich auf seinem Kopf und wird von Bakterien zum Leuchten gebracht. In der völligen Dunkelheit der Tiefsee dient er als Lockmittel für ahnungslose Beutetiere.

Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden