Schießerei mit Hamas
Gaza: Israel setzt Bodentruppen ein
Im Gazastreifen haben sich israelische Kommandotruppen der Marine am Sonntag eine Schießerei mit der radikal-islamischen Hamas geliefert. Es war das erste Gefecht dieser Art am Boden seit Beginn der israelischen Offensive vor sechs Tagen. Die Soldaten griffen laut israelischem Militär ein Ziel im Norden Gazas an, von dem aus wiederholt Raketen auf Israel abgefeuert worden seien.
Die Soldaten seien beschossen worden und hätten das Feuer erwidert. Die Hamas dagegen erklärte, sie habe die Soldaten vor der Küste beschossen und verhindert, dass sie an Land gingen. Im israelischen Militärradio hieß es, die Bodentruppen seien in der Nähe von Gaza-Stadt eingesetzt worden. Vier israelische Soldaten seien bei der Kampfhandlung leicht verletzt worden, schrieb die Zeitung "Times of Israel".
Laut Palästinensern wurden drei Hamas-Kämpfer getötet. Die Abschussanlage wurde laut einem Bericht der Streitkräfte zerstört. Die Operation sei beendet, teilte das israelische Militär im Kurznachrichtendienst Twitter mit.
Armee warnt Bewohner
Die israelische Armee hatte am späten Samstagabend Einwohner des nördlichen Gazastreifens aufgefordert, zu ihrer eigenen Sicherheit ihre Häuser zu verlassen. Es sei unsicher, sich "nahe der Hamas" aufzuhalten, teilte das Militär via Twitter mit. Beobachtern zufolge könnte die Warnung auf eine baldige schwere Angriffswelle hindeuten. Die israelische Regierung hat wiederholt erklärt, dass eine Bodenoffensive gegen die militante Hamas noch immer eine Option sei. Es seien bereits rund 20.000 Reservisten mobilisiert worden.
Seit dem Start der Angriffe auf die islamistische Hamas hat die Armee nach eigenen Angaben seit Dienstag mehr als 1.220 Ziele in der Mittelmeer-Enklave bombardiert. Danach gingen mehr als 783 Raketen der Hamas auf israelischem Gebiet nieder, überdies wurden rund 143 von der Raketenabwehr abgefangen.
18 Tote bei Luftangriff
Bei einem israelischen Luftangriff in der Stadt Gaza starben am Samstagabend 18 Menschen und rund 50 weitere wurden verletzt. Unter den Toten war nach Angaben von Sanitätern auch der Polizeikommandant des Gazastreifens, Tayseer Al-Batsh. Der Leiter der Rettungskräfte im Gazastreifen, Ashraf al-Kidra, erklärte später dagegen, der Polizeichef lebe noch, sei aber schwer verletzt. Al-Kidra sprach von dem schlimmsten Angriff in dem Palästinensergebiet seit Beginn der israelischen Luftoffensive in der Nacht zum Dienstag.
Augenzeugen berichteten, Israels Luftwaffe habe zunächst eine Warnrakete abgefeuert. Dann sei das Haus von Al-Batsh von zwei Raketen zerstört worden. In einer benachbarten Moschee seien zahlreiche Menschen getötet und verletzt worden, die dort beteten. Bisher seien insgesamt 156 Palästinenser getötet und 1065 verletzt worden, teilte al-Kidra in der Nacht zum Sonntag mit.
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