Nach Ausrottung

Fleischfressender Horror-Parasit ist plötzlich zurück

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Ein jahrzehntelang als besiegt geltender Parasit versetzt die USA erneut in Alarmbereitschaft.
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In Texas wurde erstmals seit Jahrzehnten ein Nutztier nachweislich von Larven des sogenannten Neuwelt-Schraubenwurms befallen. Der Fund sorgt nicht nur bei Viehzüchtern für große Sorgen, sondern weckt auch Erinnerungen an eine der gefürchtetsten Tierseuchen Nordamerikas.

Betroffen ist ein erst drei Wochen altes Kalb aus Südtexas. Labortests bestätigten den Befall durch die Larven der Neuwelt-Schraubenwurmfliege. Der Parasit gilt als besonders gefährlich, weil seine Larven nicht abgestorbenes Gewebe, sondern lebendes Fleisch befallen. Die weiblichen Fliegen legen ihre Eier in offene Wunden von Warmblütern ab. Nach dem Schlüpfen beginnen die Larven, sich durch das Gewebe ihrer Wirte zu fressen.

Verheerende Folgen

Die Folgen können dramatisch sein. Ohne Behandlung entstehen schwere Infektionen, die für die betroffenen Tiere häufig tödlich enden. Neben Rindern können auch Pferde, Haustiere und Wildtiere befallen werden. In seltenen Fällen sind sogar Menschen betroffen.

Für die Bevölkerung bestehe derzeit zwar keine akute Gefahr, betonen die US-Behörden. Dennoch zeigt ein Vorfall aus dem vergangenen Jahr, dass auch Menschen nicht vollständig geschützt sind. Damals wurde bei einem Reisenden nach einem Aufenthalt in El Salvador ein Befall durch die fleischfressenden Larven festgestellt.

Besonders groß ist die Sorge vor den wirtschaftlichen Folgen. Die USA hatten den Neuwelt-Schraubenwurm nach jahrzehntelangen Bekämpfungsmaßnahmen eigentlich ausgerottet. Nun befürchten Experten, dass sich der Schädling erneut ausbreiten könnte. Ein größerer Ausbruch würde die ohnehin angespannte Lage auf dem Rindfleischmarkt weiter verschärfen und könnte Schäden in Milliardenhöhe verursachen.

Droht großer Ausbruch?

Historische Erfahrungen zeigen, wie gefährlich die Situation werden kann. Die bislang schwerste Welle wurde Anfang der 1970er-Jahre registriert, als rund 90.000 Fälle gemeldet wurden. Experten schätzen, dass ein vergleichbarer Ausbruch heute wirtschaftliche Schäden von mehr als drei Milliarden Dollar verursachen könnte.

Die US-Behörden reagierten unmittelbar nach dem Fund. Rund um den betroffenen Betrieb in Südtexas wurde eine Sperr- und Überwachungszone eingerichtet. Zudem gelten strenge Quarantänemaßnahmen, um eine weitere Verbreitung zu verhindern.

Parallel setzen die Vereinigten Staaten erneut auf eine außergewöhnliche Methode, die bereits in der Vergangenheit erfolgreich war: Millionen steriler Fliegen sollen über den betroffenen Regionen freigesetzt werden. Paaren sich die weiblichen Schraubenwurmfliegen mit diesen unfruchtbaren Männchen, entstehen keine Nachkommen. Auf diese Weise soll die Population des Parasiten schrittweise zusammenbrechen.

Für dieses Programm investieren die USA massiv in neue Kapazitäten. Eine moderne Zuchtanlage für sterile Fliegen befindet sich bereits im Aufbau. Die Kosten werden auf rund 750 Millionen Dollar geschätzt.

US-Landwirtschaftsministerin Brooke Rollins zeigte sich dennoch optimistisch. Durch konsequente Kontrollen, Quarantänemaßnahmen und den Einsatz steriler Fliegen könne verhindert werden, dass sich der gefährliche Schädling dauerhaft wieder in den Vereinigten Staaten etabliert.

Für die amerikanische Landwirtschaft bleibt die Situation dennoch ein Warnsignal. Der aktuelle Fall zeigt, dass selbst längst besiegt geglaubte Bedrohungen jederzeit zurückkehren können – mit potenziell gravierenden Folgen für Tiere, Betriebe und die gesamte Lebensmittelproduktion.

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