Iran-Krieg
Mullahs fordern 24 Milliarden Dollar von Trump
Das US-Militär hat nach eigenen Angaben sechs von sieben vom Iran auf Kuwait und Bahrain abgefeuerte ballistische Raketen abgefangen. Das verbleibende Geschoss habe sein Ziel verfehlt, teilte das für den Nahen Osten zuständige US-Regionalkommando (Centcom) auf X mit. Der Golfstaat Bahrain hat die erneuten iranischen Angriffe auf sein Staatsgebiet und Kuwait scharf verurteilt. Es handle sich um eine "eklatante" Verletzung der Souveränität beider Länder.
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Bahrain werde keine Kompromisse beim Schutz seiner Souveränität, Sicherheit und Bevölkerung eingehen, berichtete die Staatsagentur BNA unter Berufung auf das bahrainische Außenministerium. Der Iran müsse seine "ungerechtfertigten" Angriffe einstellen, hieß es weiter.
Der Iran hatte zuvor schon mehrfach Geschosse auf Kuwait und andere Staaten am Persischen Golf gefeuert. Dort unterhält das US-Militär Stützpunkte, die nur wenige Hundert Kilometer Luftlinie vom Iran entfernt sind. Erst am Mittwoch hatte eine Drohne den internationalen Flughafen von Kuwait getroffen. Dabei wurde mindestens ein Mensch getötet, Dutzende weitere wurden verletzt.
Iranische Nachrichtenagentur: Attacke auf Stützpunkte des Feindes
Vor den Raketenangriffen des Irans auf Kumait und Bahrain hatte das US-Militär im Bereich der Straße von Hormuz nach eigenen Angaben vier iranische Drohnen abgewehrt und anschließend im Iran Radarstationen auf der dortigen Insel Qescm und im Ort Goruk attackiert. Irans Revolutionsgarden - die Elitestreitmacht der Islamischen Republik - teilten laut der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim daraufhin mit, man habe als Reaktion auf die US-Angriffe Stützpunkte des Feindes in der Region attackiert.
Das US-Militär erklärte, iranische Behauptungen, in Bahrain das Hauptquartier der US-Marine im Nahen Osten beschädigt zu haben, seien falsch. Die Angaben beider Kriegsparteien ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.
Laut US-Präsident Donald Trump verfügt der Iran immer noch über "einige Raketen und Drohnen". In einem Interview mit dem US-Sender NBC News sagt Trump: "Sie haben wahrscheinlich noch 21 bis 22 Prozent ihrer Raketen. Das sind eine Menge Raketen, aber es ist nicht mehr das, was es war, als wir zum ersten Mal angegriffen haben."
Iran fordert von USA Freigabe eingefrorener Vermögenswerte
Eigentlich gilt seit fast zwei Monaten eine Waffenruhe in dem Krieg, der am 28. Februar mit Angriffen der USA und Israels gegen den Iran begonnen hatte. Jedoch kam es zuletzt immer wieder zu vereinzelten gegenseitigen Angriffen der Kriegsparteien. Parallel laufen zähe Verhandlungen für ein Rahmenabkommen zwischen den USA und Iran, um den Krieg zu beenden. Die Verhandlungen mit den USA sind nach den Worten des Militärberaters von Irans oberstem Führer Mojtaba Khamenei, Mohsen Resaei, vor allem wegen eines Streits um im Ausland eingefrorene iranische Vermögenswerte ins Stocken geraten.
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Wenn US-Präsident Donald Trump eine Einigung mit Teheran wolle, seien "diese 24 Milliarden Dollar ein Test", sagte Resaei in einem am Freitag ausgestrahlten Interview mit dem US-Sender CNN. "Das ist die Prüfung, die die Vereinigten Staaten bestehen müssen", um den Weg für eine Einigung zu ebnen, fügte Resaei hinzu, der früher Oberbefehlshaber der Revolutionsgarden war. "Das ist unser eigenes Geld, nicht das der Vereinigten Staaten".
Der Iran unterliegt seit Jahrzehnten westlichen Sanktionen, die seine Wirtschaft und sein Finanzsystem stark beeinträchtigen. Außerdem wurden im Zuge der Islamischen Revolution im Jahr 1979 Vermögenswerte Teherans im Ausland eingefroren. Iranische Medien schätzten deren Wert unlängst auf 100 bis 123 Milliarden Dollar (umgerechnet rund 86 bis 106 Milliarden Euro). Teheran macht jede Einigung mit den USA für eine dauerhafte Beendigung des Kriegs davon abhängig, dass ein Teil dieser Gelder freigegeben wird.
Drohen der Schließung der Straße von Hormuz
Die USA und Israel hatten am 28. Februar mit Luftangriffen den Iran-Krieg begonnen. Teheran reagierte darauf mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel sowie auf mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Region. Seit dem 8. April gilt eine Feuerpause, die jedoch brüchig ist. Gespräche über ein dauerhaftes Ende des Krieges waren zuletzt ins Stocken geraten.
Die iranischen Revolutionsgarden drohen indes mit einer vollständigen Schließung der Straße von Hormuz für Öl- und Gasexporte. Die USA würden für die Folgen verantwortlich gemacht, sollten ihre "Machenschaften" andauern, heißt es in einer Erklärung.
Kuwait kauft Drohnenabwehrsysteme von den USA
Unterdessen kauft der Golfstaat Kuwait bei den USA Abwehrsysteme gegen Drohnenangriffe ein. Man habe den Verkauf entsprechender Rüstungsgüter im Wert von rund zwei Milliarden US-Dollar (rund 1,7 Milliarden Euro) genehmigt, teilte das US-Außenministerium mit. Hauptauftragnehmer sei das Unternehmen Anduril mit Sitz in Kalifornien. Wann das System geliefert werden soll, blieb zunächst unklar. Bei Rüstungsgeschäften geht es häufig um langfristige Beschaffungszeiträume.
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