Wo gespart wird
Sozialhilfe, Klima: Da will FPÖ-ÖVP sparen
© OE24
Wien. 6,4 Milliarden Euro sollen bereits heuer eingespart werden, lautet die blau-schwarze Ansage. Eine detaillierte Aufschlüsselung, wo eingespart und wo mehr Geld eingenommen werden soll, stellten heute ÖVP-Klubobmann August Wöginger sowie FPÖ-Finanzsprecher Hubert Fuchs am Vormittag im Parlament vor.
Die konkreten Punkte:
Konkret beinhaltet das "Stabilitätspaket" unter anderem:
- Sparen in der Verwaltung: Alle Ministerien werden einen Stabilitätsbeitrag einbringen, was im Jahr 2025 zu Einsparungen in Höhe von 1,1 Milliarden Euro führen soll. An welcher Stelle gespart wird, obliegt dem jeweiligen Ressort. "Unser Ziel ist ein schlanker Staat, ohne aufgeblähten Förderapparat und mit einer effizienten Verwaltung", heißt es.
- AMS: Derzeit ist es möglich, neben dem Bezug des Arbeitslosengeldes bis zur Geringfügigkeitsgrenze dazu zu verdienen. Dieser Zuverdienst senkt den Arbeitsanreiz und verlängert dadurch die Arbeitslosigkeit. Um mehr Menschen wieder in Beschäftigung zu bringen, soll diese Zuverdienstgrenze eingeschränkt werden. Neben diesem positiven Effekt auf den Arbeitsmarkt können dieses Jahr 82,5 Millionen Euro eingespart werden.
- Die Digitalsteuer – von der zumeist internationale Internetkonzerne betroffen sind – soll ausgeweitet und zu mehr Fairness im Steuersystem führen.
- Steuerbetrug soll künftig konsequent bekämpft werden! Deshalb soll auf Expertenebene ein umfassendes Betrugsbekämpfungspaket ausgearbeitet werden.
- E-Auto-Fahrer sollen mehr Steuern zahlen. Motorbezogene Versicherungssteuer für E-Autos kommt.
- Der Klimabonus, der 1,9 Milliarden Euro pro Jahr koste, werde "ab dem heurigen Jahr nicht mehr ausbezahlt", so Wöginger.
- Die Bildungskarenz wird abgeschafft. Das bringe heuer 350 Millionen Euro.
Gebühren für Führerschein und Co sollen steigen
Weitere Details des Sparpakets:
- Die Valorisierung der Bundesgebühren, die seit 2020 nicht mehr erhöht wurden, soll nachgeholt werden.
- Im Klartext werden damit z.B. Zulassungsschein und Führerschein deutlich teurer.
- Halbiert werden soll das Kilometergeld für Motorräder,
- jenes für Fahrräder sogar geviertelt.
- Eine Kürzung der Umweltförderungen zu 20 Prozent kommt.
- Das Gratis-Klimaticket für 18-Jährige wird abgeschafft, das allgemeine Klimaticket bleibt aber bestehen.
- Höhere Steuern gibt es in den Bereichen Glücksspiel und Tabak.
Der oe24-Liveticker zum Nachlesen HIER:
+++ LIVE-Ticker +++
Wöginger und Fuchs bei der PK, die jetzt beendet wurde
Brutal-Angriff auf Leonore Gewessler
Fast alles, was die grüne Klimaministerin eingeführt hat, wird abgeschafft, ist ein Fazit der Pressekonferenz.
Klimabonus und Bildungskarenz abgeschafft
Den Klimabonus, der 1,9 Milliarden Euro pro Jahr koste, werde "ab dem heurigen Jahr nicht mehr ausbezahlt", so Wöginger. Außerdem: Die Bildungskarenz wird abgeschafft. Das bringe heuer 350 Millionen Euro.
Digitalsteuer
Die Digitalsteuer, welche zumeist internationale Internetkonzerne betroffen trifft, soll ausgeweitet und zu mehr Fairness im Steuersystem führen.
Heizkesseltausch und Co: Förderungen werden zurückgeschraubt
"Das ist kein Wegstreichen, sondern ein Re-Dimensionieren", spricht Wöginger über 20 % der Förderungen im Umwelt-Bereich.
Jetzt geht es um die Pensionen
Man wolle das faktische Pensions-Antrittsalter steigern, sagt Wöginger. Dafür soll es Anreize geben.
Geringfügig dazuverdienen als Arbeitsloser - abgeschafft
Wöginger sagt, dass die Möglichkeit als Arbeitsloser geringfügig dazuzuverdienen "weitgehend abgeschafft wird".
Fuchs: Lückenschlüsse und Anpassungen im Steuersystem bringen über 900 Millionen Euro
"Lückenschlüsse und Anpassungen im Steuersystem" sollen insgesamt über 900 Millionen Euro bringen
Motorbezogene Versicherungssteuer für E-Autos kommt
Die Grundsteuer soll in bestimmten Fällen steigen. Eine motorbezogene Versicherungssteuer für E-Autos soll 65 Millionen Euro bringen - schon heuer.
So müssen Ministerien sparen
Anteil betrieblicher Sachaufwand abzüglich der Mieten = vom Ergebnis müssen 15 % eingespart werden. So würden 1,1 Milliarden Euro eingespart werden, so Fuchs: "Die Ampel hätte lediglich 500 Mio. € eingespart."
"Sparsamkeit ist oberstes Gebot", sagt Wöginger
"Leistung muss sich lohnen, und das Arbeiten gehen", so der ÖVP-Klubchef. "Wir unterstützen jene, die jeden Tag aufstehen und Arbeiten gehen."
Wöginger: "Das Klimaticket bleibt erhalten"
Der ÖVP-Klubchef gibt bekannt: "Das Klimaticket bleibt erhalten"
Wöginger: "Grüne Transformation wird geglättet, auf normales Maß angepasst"
Wöginger übernimmt
Jetzt spricht ÖVP-Klubobmann Wöginger. Er betont, wie wichtig die Ampel-Vorbereitungen waren und das umfassende Zahlen- und Datenmaterial. "Wir haben mit SPÖ und Neos schon all diese Punkte durchbesprochen." Deshalb sei die Einigung so schnell mit der FPÖ möglich gewesen.
300 Verhandler, 30 Arbeitsgruppen - nicht gelungen
"Was 300 Verhandler in 30 Arbeitsgruppen in 3 Monaten nicht gelungen ist, haben wir in 3 Tagen geschafft", sagt Fuchs.
Kritik an Ampel-Verhandlung
Die Ampel-Verhandlungen haben nicht einmal die Hälfte der benötigten Einsparungen auf grün gestellt, sagt Fuchs. Und: Erst nach der Wahl habe man von der schlechten finanziellen Lage Österreichs erfahren. "Wir Freiheitliche haben den finanziellen Scherbenhaufen nicht verursacht, aber es wird an uns liegen, aufzuräumen, für eine bessere Zukunft."
"Sanierung muss Freiräume schaffen" - sonst Horror-Szenarien
Nicht zu sanieren, würde negative Folgen haben: "Fremdbestimmung durch Brüssel" und "ein hoch verschuldeter Staat ist oft von den Interessen seiner Gläubiger abhängig." Ein schlechteres Rating, dass alle Kredite (für Staat und Private) verteuern würde. Soziale Unruhen, wenn später viel stärker gekürzt werden müsste - und höhere Arbeitslosigkeit. "Die Schulden von heute sind die Steuern von morgen", man würde kommende Generationen belasten.
PK beginnt - Hubert Fuchs spricht
Jetzt startet die PK. Hubert Fuchs (FPÖ-Finanzsprecher): "Österreich soll die Hoheit über seine finanziellen Belange behalten und ein Defizitverfahren verhindern." Man erwarte eine positive Nachricht aus Brüssel.
Wiener Bürgermeister wettert gegen "Pensionskürzung"
Laut der Wiener Arbeiterkammer würden dadurch die Pensionsansprüche um bis zu 6 Prozent sinken, was etwa bei einer Alterspension von 3.000 Euro monatlich einen Verlust von 180 Euro bedeutet - hochgerechnet über die Bezugsdauer über 50.000 Euro. „Ein solcher Kahlschlag zerstört das Vertrauen in unser Pensionssystem und trifft alle Erwerbstätigen, insbesondere jene, die viel eingezahlt haben“, warnt Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ).
Rating-Agentur Fitch senkt Ausblick für Österreich auf "negativ"
In der Vorwoche änderte die Rating-Agentur Fitch den Ausblick für Österreich auf "negativ". Die AA+-Bonitätsnote für Österreich wurde bestätigt. In Zukunft könnte diese aber verloren gehen - dann würde die Aufnahme neuer Staatsschulden noch teurer werden. Die beste Bonitätswertung Triple-A (auf die man so stolz war) hat Österreich schon verloren.
Pressekonferenz startet in den nächsten Minuten
Um 10:30 Uhr geht es los - die Pressekonferenz zu den Sparmaßnahmen unter Blau-Schwarz, das Interesse vor Ort ist groß. oe24 berichtet live.
Finanzminister: Defizitverfahren dürfte abgewendet sein
Das Sparprogramm soll ein EU-Defizitverfahren gegen Österreich verhindern. Unser Finanzminister Gunter Mayr ortete am Dienstag nach einem Austausch mit dem EU-Kommissar für Wirtschaftlichkeit, Valdis Dombrovskis, "positive Signale". Auch der Kommissar sprach von einem "guten und konstruktiven Treffen". Jetzt bewertet die Kommission die von Österreich vorgebrachten Maßnahmen (die heute ab 10:30 Uhr hier öffentlich vorgestellt werden). Sollten diese nicht ausreichen, würde die Kommission eine Empfehlung an den Rat der Wirtschafts- und Finanzminister abgeben. Dieser wird schließlich die endgültige Entscheidung fällen, ob ein Defizitverfahren eröffnet wird oder nicht. Das nächste Mal tagt er am 21. Jänner in Brüssel.
E-Auto-Lobby wehrt sich gegen Kürzung
Ein anderer kolportierter Spar-Plan betrifft das Aus für Förderungen für E-Mobilität. "Diese müssen erhalten bleiben", fordert der Bundesverband Elektromobilität Österreich heute morgen. Österreich sei bei der E-Mobilität (noch) auf einem guten Weg. Mit Ende 2024 gab es hierzulande 200.603 batterieelektrisch betriebene Pkw. Österreich sei mit rund 30.000 öffentlich zugänglichen E-Ladestationen im EU-Spitzenfeld. Der Verband fordert die Beibehaltung der Ankaufsprämie für E-Pkw (Privatpersonen), Förderprogramme für den Umstieg von Nutzfahrzeugen und Busflotten auf emmissionsfreie Antriebe, sowie die Fortführung der Steuererleichterungen für E-Fahrzeuge.
Wirbel um gestutztes Pensionskonto
Schon vor der Pressekonferenz sorgen mögliche Pläne für Mega-Wirbel. "Ein Entfall der Pensionskonto-Aufwertung wäre wirklich ein Kahlschlag", hieß es von AK-Expertin Ines Stilling. "Alle, die noch nicht in Pension sind, würden massiv in ihren Ansprüchen verkürzt". Das könnten, auf die gesamte Bezugsdauer hochgerechnet, gut 51.000 Euro weniger Pension sein, warnte sie.
Hier wird gespart - in 20 Minuten erklärt sich Blau-Schwarz
„Details zum Budgetfahrplan für eine sichere und stabile Zukunft“, heißt die Pressekonferenz, die heute um 10:30 Uhr im Parlament stattfindet. Es sprechen Hubert Fuchs, FPÖ-Budget- und Finanzsprecher, und August Wöginger, ÖVP-Klubobmann
OE24 TV Live-Stream
OE24 TV Live-Stream
Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden