Politik
"Propaganda des KGB" - NEOS-Politikerin greift ORF frontal an
Sonst wird der ORF immer von der FPÖ angegriffen - diesmal kommt die Kritik von der anderen Seite. NEOS-Mediensprecherin Henrike Brandstötter wirft dem ORF in einem Tweet auf „X“ (Twitter) offen „KGB-Propaganda“ im Sinne des russischen Präsidenten Wladimir Putin vor.
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Anlass ist ein Interview im gleichgeschalteten Staatssender Rossija 1 mit dem russisch-orthodoxen Patriarchen Kyrill, das der ORF ohne wirkliche journalistische Einordnung rapportiert.
ORF-Titel: "Kyrill: Menschenrechte und Religionsfreiheit (in Russland) verwirklicht"
Der Titel des Berichts über den Putin-treuen Priester kann im Westen nur als schlechter Witz aufgefasst werden: „Kyrill: Menschenrechte und Religionsfreiheit verwirklicht.“ Dann folgen detailliert Kyrills Aussagen, lediglich im letzten Satz wird darauf hingewiesen, dass der Bann ein „Befürworter des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine“ ist. Brandstötters Resümee: „Du willst weniger KGB-Agenten und ihre Propaganda im ORF - und mehr Recherche und Relevanz? Dann mach mit bei unserer Initiative zur ORF-Reform.“
ORF verteidigt Artikel
Der ORF fand die Kritik so bemerkenswert, dass er noch am Sonntag reagierte: „Es handelt sich in diesem Bericht nicht um Propaganda, sondern um reine Information. Da es dem russischen Präsidenten Wladimir Putin politisch gelang, die Kirche seines Landes stark an den Staat zu binden, haben die Aussagen des Moskauer Patriarchen Kyrill daher journalistisch gesehen höchste Relevanz“, so der ORF. Die Äußerung Brandstötters sei „unhaltbar.“ Schlusssatz: „Die Forderung von Henrike Brandstötter aufgrund der Berichterstattung über das Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche nach “mehr Recherche und Relevanz„ kann der ORF aufgrund der politischen Brisanz von Patriarch Kyrill und der Allianz mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin nicht nachvollziehen und verweist in diesem Zusammenhang auf zahlreiche kritische Artikel auf religion.ORF.at.“
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